Ein Denkanstoß!
Fleisch essen und wie das (Ge-)Wissen um das unaussprechliche Leid der Tiere, die für unseren Genuss gezüchtet, geboren und unter furchtbaren Qualen getötet werden, im Anblick eines Bratens oder Steaks verpufft. Und ich an den christlichen und moralischen Werten wie Empathie, Gefühl, Sympathie, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Mitleid der Menschen zweifle, denen ich beim Fleischessen im Restaurant zuschauen muss!
„Tiere sind meine Freunde – und ich esse meine Freunde nicht.“
George Bernard Shaw, aus „Der Traum vom Frieden zwischen Mensch und Tier“ v. Michael Rosenberger

Während der Recherche zu diesem Artikel kamen mir oft Zweifel, ob ich ihn weiterschreiben sollte. Zu entsetzlich waren die beschriebenen Gräueltaten an Tieren (und nicht nur ihre Tötung für Lebensmittel, sondern auch zur Belustigung der Menschen) über die ich in verschiedenen Quellen gelesen habe und die auch im Namen der Kirche an den Tieren begangen wurden und immer noch werden. Es gab Momente bei der Suche von Informationen, die mich nur noch sprachlos ob der an unschuldigen Tieren begangenen Gräueltaten machte. Das kann und darf doch nicht wahr sein, dachte ich, wieso werden von uns Menschen, die wir uns Christen nennen, solche Taten an wehrlosen Wesen begangen? Diese Frage treibt mich und meinen Mann Arnold schon seit Jahren um. Menschen, die ihr eigenes Kind mit viel Liebe und Zärtlichkeit umgeben und sich doch an Ostern an einem Lammkotelett (die Osterlämmer, die so niedlich auf der Wiese herumtollen, werden höchstens sechs Monate alt) erfreuen! Zu Weihnachten, der Tag, an dem die Geburt Christi gefeiert wird(!), vor der Bescherung den „köstlichen“ Kalbsbraten (und der kommt auch noch aus der Massentierhaltung, wenn es ganz schlecht läuft!) genießen. Das Kind eines Rindes, zu Weihnachten getötet, um die Tafel perfekt zu machen! Perfider geht es kaum!
In meinem „kindlichen“ Verständnis über Gott und die Kirche, sah ich immer einen gütigen, gerechten und barmherzigen alten Mann, der jedes Wesen auf der Erde mit der gleichen Intensität liebt und selbst gegenüber seinen Feinden Gerechtigkeit walten lässt.
Meine Absicht war es in erster Linie wirklich nur einen Artikel über den von mir wahrgenommenen Widerspruch zu schreiben, dass Christen bzw. gläubige Menschen Fleisch essen, obwohl ein Tier, das als mitfühlendes, sensibles, soziales Wesen gilt, hierfür kaltblütig getötet wird. Dabei sollte es in der heutigen Zeit unbedingt bekannt sein, welchen Ablauf im Leben dieses Stück Fleisch, dass nun auf dem Teller vor einem liegt, genommen hat. Allerdings habe ich bei meinen ersten Notizen zu diesem Artikel gemerkt, dass er so umfangreich werden würde, dass ich mich entschlossen habe, nach diesem Artikel noch einen weiteren über Vegetarismus/Veganismus und Rechte und Würde von Tieren zu schreiben. Bei der umfassenden Recherche für diesen Text, stieß ich auf so viele Verbrechen, begangen an Tieren, die nicht als Lebensmittel gedacht waren, dass ich die nicht ungenannt lassen kann. So werde ich diesem Artikel ein weiteres Kapitel hinzufügen, in dem ich über das Tier als Mittel zum Zeitvertreib und Kulturobjekt berichte. Vielleicht könnte man in diesem Artikel eine Abrechnung mit der Kirche erkennen, doch für mich ist es vielmehr ein Infragestellen einer moralischen Instanz der Kirche! Je weiter ich in dieses Thema einsteige, desto mehr sehe ich mich als Anwältin der Tiere! Durch Zufall stieß ich auf das Buch von Peter Sasse (P.S.) „Tiere sind die besseren Menschen“, welches mir viele wertvolle Impulse gab und mein Einstieg in dieses Thema war.
- Warum also essen Christen Fleisch?
Die Idee bzw. der unbedingte Drang über das Verhältnis zwischen Kirche und „Fleisch essen“ zu schreiben, hatte folgenden Auslöser: Während wir vor einigen Monaten auf der Autobahn

Richtung Urlaub unterwegs waren, bemerkte ich beim Überholen eines Viehtransporters, dass zwischen den Lüftungsschlitzen der Rüssel eines Schweines rausschaute. Spontan strecken wir in solchen Momenten immer eine geballte Faust in die Richtung der Fahrer aus dem Fenster, aber der Anblick war so entsetzlich traurig, dass ich es vergaß. Ich fragte meinen Mann nach einer Weile, ob das Gebot „Du sollst nicht töten“ eigentlich auch für Tiere gilt.
Das fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten“, wird heutzutage sehr kontrovers, wenn es um Tiere geht, diskutiert: gilt es für alle Geschöpfe Gottes oder nur für uns Menschen? Allerdings wird dieses Gebot in der Bibel und auch von der Kirche so ausgelegt, dass das Töten im Krieg und von Tieren als Nahrung erlaubt ist. Wieso dürfen Tiere, die wie wir ein Teil der göttlichen Schöpfung und empfindsame, mitfühlende, emotionale Wesen sind, von uns Menschen unter unsäglichen Bedingungen gezüchtet, gehalten und unter grausamsten Qualen getötet werden?
Und wozu? Für ein paar Minuten zweifelhaften Genuss auf dem Teller! Und jeder Menge „Beilagen“ (im Fleisch enthalten, wie z.B. Antibiotika, Hormone, Fäkalien, Campylobacter, Salmonellen usw.) inklusive, von denen man eigentlich nicht wissen will, was es ist und was es bewirkt! Zumindest werden diese „Zusatzstoffe“, wie man es auf einer Speisekarte kennt, nirgends erwähnt! Ist sicherlich auch von der Fleischindustrie nicht gewollt! In „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer (J.S.F), kam eine Aktivistin zu Wort, die ausgesprochen überzeugende Gedanken äußerte: „Warum funktioniert der Geschmack, der primitivste unserer Sinne, nicht nach denselben ethischen Regeln wie unsere anderen Sinne? Man kann sich keine Sinneswahrnehmung außer dem Geschmack vorstellen, für die es gerechtfertigt wäre, Tieren das anzutun, was wir ihnen antun.“
Und warum schweigt die Kirche dazu, obwohl die Misshandlungen und entsetzlichen Quälereien nicht den christlichen Werten entsprechen? Weil vielleicht die Kirche durch ihr langes Schweigen und Wegschauen, ihr Dulden von Brutalitäten in ihrem Namen in Erklärungsnot kommen wird und sie sich einer unfassbaren Aufgabe gegenüber sieht, nämlich das Leiden der Opfertiere in der Bibel und die Grausamkeiten an Tieren zu erklären, die aufgrund historischer und christlicher Rituale öffentlich gequält werden? Könnte eine Erklärung sein!

Ein Auszug aus dem Buch Genesis
1.24 Nun sprach Gott: “Es bringe die Erde hervor lebendige Wesen nach ihren Arten: Vieh, Gewürm und Wild des Feldes nach ihren Arten!“ Und es geschah so.
1.25 Gott machte das Wild des Feldes nach seinen Arten, das Vieh nach seinen Arten und alles Gewürm auf dem Erdboden nach seinen Arten. Und Gott sah, daß es gut war.
1.26 Nun sprach Gott: „Laßt uns den Menschen machen nach unserem Bilde, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über alles Wild des Feldes und über alles Gewürm, das auf dem Erdboden kriecht!“
1.27 Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie.
1.28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde und macht sie euch untertan! Herrschet über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf Erden regt!“
1.29 Dann sprach Gott: „Seht, ich übergebe euch alles Kraut, das Samen hervorbringt auf der ganzen Erde, und alle Bäume, die samentragende Früchte hervorbringen; sie sollen euch zur Speise dienen.
1.30 Allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf Erden regt und Lebensodem in sich hat, gebe ich alles grüne Kraut zur Nahrung!“
1.31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Es ward Abend, und es ward Morgen: sechster Tag.
- Gott war ein Vegetarier (bis hierhin)!
Wenn man, so wie oben, den Anfang der Schöpfungsgeschichte liest, könnte man davon ausgehen, dass Gott Vegetarier und es keinesfalls sein Wille war, Tiere zu töten und zu verzehren, denn:
„Seht, ich übergebe euch alles Kraut, das Samen hervorbringt auf der ganzen Erde, und alle Bäume, die samentragende Früchte hervorbringen; sie sollen euch zur Speise dienen. Allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf Erden regt und Lebensodem in sich hat, gebe ich alles grüne Kraut zur Nahrung!“
Aha, das war doch eindeutig, oder? Ich bin beileibe keine gute Bibelkennerin, aber für mich waren nach der Schöpfungsgeschichte Menschen und Tiere gleichberechtigte Gefährten, die sich keinesfalls vom Fleisch des anderen ernähren sollten. Gott erschuf sie am selbigen Tag und sah, dass alles im Paradies paradiesisch war.
- Ist Tiere essen nun Gottes Wille oder nicht?
Nach einiger Recherche, durch die vielen Gespräche mit Freunden und auch eigene Erlebnisse, lieferte mir überdies das Buch von Peter Sasse mit seinem Literaturverzeichnis jede Menge weiterführende, sehr interessante Literatur, die ich in der Bibliothek Münster fand: „Plädoyer für die Tiere“ (Matthieu Ricard M.R.), „Der Traum vom Frieden zwischen Mensch und Tier“ (Michael Rosenberger Mi.Ro.) und “Die Würde der Tiere“ (Rainer Hagencord R.H.), ich stieg in das Thema richtig tief ein! Zudem „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer (J.S.F.) aus unserer eigenen Bibliothek.
Und ich kam der Sache etwas näher: Denn später, nach der Schöpfung der Tiere und der Menschen, geschah der Vorfall mit dem Apfel und der Rauswurf aus dem Garten Eden. Forthin, nachdem sich Adam und Eva, fortgepflanzt hatten, war wohl nix mehr mit der Gottähnlichkeit des Menschen (zumindest was das Wesen betraf), denn der Mensch wurde überheblich, tötete sowohl Menschen als auch Tiere.
Ich denke, wenn Gott unter uns weilen würde und wir ihn mit dieser Frage konfrontieren würden, könnte er uns mittlerweile keine klare Antwort geben, was er sich da zusammengebraut hat. Er zieht es wahrscheinlich vor zu schweigen. Zu oft hat er seine Meinung zum Thema Tiere töten und essen geändert. Fangen wir mal mit der Sintflut an:
6.5 „Als Jahwe sah, daß die Bosheit der Menschen auf Erden groß war und alles Gedankengebilde ihres Herzen allezeit nur auf das Böse gerichtet war,
6.6 da reute es Jahwe, daß er die Menschen auf Erden gemacht hatte, und er war tief betrübt.“
Was dann kam, wissen wir: Er schickte über alles auf Erden die Sintflut und nur Noah, seine Familie und von allen lebenden Wesen auf Erden ein Paar, überlebten in der von Noah gebauten Arche die Flut, die sich vierzig Tage über alles ergoss.
Wieso? Noah und seine Familie waren die einzigen Menschen die den Frieden gelebt haben. Der Rest der Menschheit wurde vernichtet. Aber die Tiere haben ebenfalls die Chance bekommen weiterzuleben!
Warum? Weil Tiere genau das besitzen, was vielen Menschen abgeht: ausgeprägte geistige Fähigkeiten wie z.B. Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit, Mitgefühl und Liebe. Überrascht?
Nach der Flut und als alles Wasser zurückgegangen war, gelobte Gott, nie wieder das Leben auf der Erde zu vernichten. Er segnete Noah und seine Familie und sprach zu Ihnen:
9.1„Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde!
9.2. Furcht und Schrecken vor euch sei auf allen Tieren der Erde, auf allen Vögeln des Himmels und auf allem Gewürm auf dem Boden und auf allen Fischen des Meeres: in eure Hand sind sie gegeben.
9.3 Alles, was sich regt und lebt, diene euch zur Nahrung; wie das grüne Kraut überlasse ich euch alles.“
Gott sah doch, dass die Bosheit der Menschen, sich im großen Stil zu vernichten, gewaltig war, nicht aber die der Tiere! Ich versuche es mal mit dieser Antwort: Sind Tiere die Zielscheibe, an
der die Menschen etwa ihre Bosheit abreagieren dürfen? Ist Gott mit diesem Bund etwa einen Kompromiss eingegangen?
Weiter sind in der Genesis (3. Mose 2-13) Anleitungen Gottes zu finden. Hier spricht er davon, dass den Brandopfern die Haut abgezogen, sie in Stücke zerhauen werden sollen, die Stücke, der
Kopf und das Fett auf das Holz gelegt. Dann erfolgen Anweisungen über die Eingeweide und über weitere Tiere, die geopfert werden sollen. Solche Gräuel findet man an vielen Stellen in der Bibel. Kann auch ein Gott die Hoffnung auf einen friedlichen Menschen verloren haben, so etwa wie „Jetzt erst recht, seht zu wie ihr damit klarkommt?!“
Aber dann auch wieder solche, wie in den Büchern der Propheten unter Hosea. Hier spricht Gott so (Hosea 6,6):
„Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.“
Oder unter Jesaja 1,11:
„Was soll mir die Menge eurer Opfer? Spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fetten von den Gemästeten und habe keine Lust zum Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke.“
(Die Informationen über die Propheten fand ich in „Tiere sind die besseren Menschen“)

Und diese Aussagen finden sich alle im Alten Testament!
Bei all diesen widersprüchlichen Aussagen der Bibel (und davon gibt es viele weitere!) dürfen wir eines nicht vergessen: Die komplette Bibel wurde nicht von Gott geschrieben und es gibt keineglaubhaften Überlieferungen, dass jemals ein Mensch mit Gott von Angesicht zu Angesicht gesprochen hat und daraufhin die Bibel niederschrieb. Jedoch hat es Jahrhunderte bis zur heutigen Ausfertigung der Bibel gedauert, es wurde konstruiert und variiert, denn es waren Menschen, die sie schrieben!
- Töten ist ihr Beruf!
„Solange es Schlachthöfe gibt, solange wird es auch Schlachtfelder geben“ (1) (Leo Tolstoi)
Dieses Zitat von Leo Tolstoi sagt im Grunde eigentlich alles: Gemetzel hier wie auch da, der Mensch hat sich keinen Deut gebessert! Dazu die passende Brutalität, die beginnt allerdings schon ab dem Lebensbeginn der Tiere! Aber schauen wir doch mal, was die Literatur uns noch dazu sagen kann.
Upton Sinclair hat in seinem Buch „Der Dschungel“ bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die katastrophalen Arbeitsbedingungen, unnötige begangene Grausamkeiten an den Tieren und die unverantwortlichen hygienischen Missstände in den Chicagoer Schlachthöfen geschildert. Es gab einen riesigen gesellschaftlichen Aufschrei, Upton Sinclair galt als der damalige Günter Wallraff und machte seine Beobachtungen publik, zuletzt ging es den Lesern in erster Linie aber um ihre eigene Gesundheit (offensichtlich vermutete man, dass sich die Menschen nach Genuss des Fleisches mit Tuberkulose anstecken würden) und nicht um das Leid der Tiere, das wurde, und wird auch immer noch, ignoriert! Siehe auch Rezension zu diesem Buch auf Querzeit (Der Dschungel –).
Sehr viel anders sieht es im heutigen „wahren“ Leben nicht aus, humaner sind die Zustände in der heutigen Zeit nicht geworden. Immer wieder setze ich gerne dieses Zitat von Paul McCartney auf meinen WhatsApp Status, in der Hoffnung, dass der Leser mal genau darüber nachdenkt, welche Aussage dahintersteckt.
„Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier“. (2)
Wenn der Mensch, mit christlichen Werten wie Mitleid, Empathie, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ausgestattet, sehen würde, welchen zusätzlichen ekelhaften Quälereien die Tiere durch die Arbeiter in den Schlachtbetrieben zu ihrem Tod obendrein noch ausgesetzt werden, würde ihm der Appetit auf ein saftiges Steak vergehen! Zumindest wäre das mein sehnlichster Wunsch! Hat sich schon mal jemand überlegt, warum die elendigen Tiertransporter nur minimale Luftklappen haben oder die riesigen fleischverarbeitenden Firmen wie Hochsicherheitstrakte abgeschirmt werden? Oder Tierschützer, die Missstände in Ställen aufdecken, angeklagt und mit horrenden Strafen belegt (wegen Hausfriedensbruch!!) werden, die Bauern allerdings trotz nachgewiesener Tierquälerei ohne Strafe davonkommen? Damit, um Gottes Willen, kein Mensch auf die Idee kommt: das ist ja ekelhaft und ich unterstütze dieses Grauen auch noch mit meinem Appetit auf Fleisch!
Von der Tierrechtsorganisation Peta habe ich auf meine Anfrage und Bitte um Unterstützung viele wertvolle Informationen erhalten. Mein Dank geht an Frau Julia Weibel, die mir innerhalb eines Tages ratzfatz auf meine Email-Anfrage geantwortet hat. Ich habe von ihr diese Info erhalten:
Geschäftsleiter Michael Schulze Kalthoff von Westfleisch bspw. berichtet auf der eigenen Webseite stolz: „2024 haben wir so viel wie lange nicht geschlachtet”, Im Segment Schwein schlachtete das Unternehmen rund 6,8 Millionen Schweine, ein Plus von 4,7 Prozent zum Vorjahr.“ https://www.westfleisch.de/landwirtschaft/westfleisch-informiert/info-fuer-landwirte/2025/ausgabe-maerz-sondernewsletter-2025
Im Internet habe ich hierzu noch eine weitere interessante Information gefunden:
„Der Umsatz im Schlachterei- und Fleischverarbeitungsgewerbe in Deutschland lag zuletzt bei knapp 50 Milliarden Euro. Diese Summe wurde am 17.12.2025 veröffentlicht!“ (3)
Gott sei Dank, und das ist jetzt pure Ironie, habe ich bei meinen Recherchen keinerlei Beteiligungen des Vatikans an der Fleischindustrie erkennen können.
Trotzdem ist zumindest in Deutschland die Fleischindustrie ein machtvoller Arbeitgeber, der durch seine Vernetzungen in landwirtschaftlichen Verbänden und durch umfangreiche Werbung die öffentliche Meinung extrem beeinflusst und so, nicht nur durch seine eigene Lobbyarbeit, Einfluss auf die Politik nehmen kann. Zudem verdient die Fleischindustrie Unsummen durch den Export von Fleisch in andere Länder.
„Auschwitz fängt da an, wo einer steht und denkt, es sind ja nur Tiere“ (Theodor W. Adorno, entnommen aus „Tiere sind die besseren Menschen von Peter Sasse)
Stellen Sie sich vor, eigentlich ist es aber unvorstellbar, Sie öffnen ein riesiges Fabriktor und stehen ca. 8.000 Rindern (oder ca. 22.000 Schweinen) gegenüber! Würden die auf einen Fußballplatz passen? Das ist die Menge, die jeden Tag, und ich meine wirklich 365 Tage, bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück getötet werden. Bei Westfleisch (neben Tönnies ein weiteres riesiges fleischverarbeitendes Unternehmen) sind es ca. 1.000 Rinder pro Tag, aber auch ca. 22.000 Schweine. Diese Rinder werden nicht ruhig und geduldig dort stehen, denn sie riechen die Angst ihrer Leidensgenossen, in der Halle würde ein einziges qualvolles Muhen zu hören sein, dazu kann man ihre Angst riechen, die aus allen Poren quillt. Sie, ja Sie, wären einem unglaublichen Gestank ausgeliefert! Diese Rinder werden nach und nach durch einen, sagen wir mal, Hohlweg geschleust an dessen Ende ein Mann in einer Box steht, der mit einem perfekten Bolzenschuss dieses Tier betäubt. Betäuben sollte! Denn die Wirklichkeit sieht oft anders aus.
Bei Peter Sasse fand ich folgende Aussage von Manfred Karremann (Journalist, Autor und Gründer der gemeinnützigen Tierschutzorganisation Animal Network e.V., siehe Wikipedia):
„Zwischen seine weit aufgerissenen Augen presst ihm ein Mann das Bolzenschussgerät an die Stirn und drückt ab. Das Rind bricht zusammen,“ rappelt sich auf wackeligen Beinen wieder auf. Noch einmal schießt der Mann, doch es hebt noch den Kopf, als ein Metallschieber es aus der Box befördert. Das Tier zuckt und windet sich, als eine Kette um sein Hinterbein geschlungen und es vom Fließband hochgezogen wird. Es ist noch immer nicht völlig ohne Bewusstsein, als ein Kopfschlächter das Messer ansetzt, um es durch einen Stich ausbluten zu lassen.“
Manfred Karremann: Tierschutz in Deutschland, in: der Stern, 06.04.2010
Hier möchte ich noch ein paar Beispiele anbringen, wie es heutzutage in den Schlachthöfen zugeht. Den Link hierzu erhielt ich ebenfalls von der Tierrechtsorganisation Peta (https://www.peta.de/themen/schlachthof/)
„Laut Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und 4 bis über 9 Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn sie kopfüber an einem Bein aufgehängt werden und ihre Kehle durchtrennt wird [2].
In absoluten Zahlen bedeutet dies jährlich bis zu 300.000 Rinder und über 5,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für andere Tierarten, beispielweise gefiederte Tiere, wurde noch keine Fehlbetäubungsrate ermittelt, was unter anderem damit zusammenhängen könnte, dass diese Tiere im Schlachthof nur in Tonnen und nicht als einzelne Individuen erfasst werden.
Zudem wird oft gegen die gesetzlich festgelegten zeitlichen Abstände zwischen Betäubung und tatsächlicher Tötung verstoßen, sodass die Tiere vor oder während der Tötung das Bewusstsein wiedererlangen. Verstöße gegen die ohnehin minimalen gesetzlichen Vorschriften sind die Regel. Kontrollberichte oder Projekte zur Erfassung der Fehlbetäubungen in einzelnen Schlachthöfen zeigen meist das grausame Ausmaß und die sehr wahrscheinlich hohe Dunkelziffer auf. Ein über Jahre angelegtes Projekt in Darmstadt zeigt beispielsweise, dass die Betäubung bei fast 40 Prozent der Schweine, knapp 50 Prozent der Rinder und nahezu 45 Prozent der Schafe ungenügend war.
Was viele Menschen nicht wissen: Sogenannte Biotiere werden meist in denselben Schlachtfabriken getötet wie ihre Leidensgenossen aus der konventionellen Tierhaltung. Und auch das Fleisch vom „Metzger nebenan“ stammt aus solchen Schlachthöfen. Bei der Tötung machen die Herkunft und vorherigen Haltungsbedingungen der Tiere keinen Unterschied – alle Tiere werden gegen ihren Willen weit vor ihrer möglichen Lebenserwartung auf die gleiche Weise gewaltvoll getötet.“
Gerne würde ich glauben, dass das Buch „Tiere essen“ (J.F.S.) die Menschheit dazu bringen könnte, kein Fleisch mehr zu essen. Jedoch – die Menschheit ist resistent gegenüber solchen Informationen! Im Kapitel „Tun“ des o.g. Buches beschreibt Jonathan Foer wie Temple Grandin (US-amerikanische Spezialistin für den Entwurf von Anlagen für die kommerzielle Viehhaltung und Dozentin für Tierwissenschaften an der Colorado State University) in 1996 eine Überprüfung der Schlachthöfe in Amerika durchführte. In einer Erklärung beschrieb sie: „Ich habe Tausende und Abertausende Rinder lebendig in die Zerlegung gehen sehen…Manchmal hängen sie schon sieben Minuten am Förderband und leben immer noch. Ich habe mal am Enthäuter gestanden, und selbst da waren sie noch am Leben. Da wird die ganze Haut vom Hals abwärts abgezogen.“
Fest steht für mich nach all meiner Recherche: Die Tiere müssen für die Bosheit der Menschen immer noch büßen! Und die Kirche schweigt immer noch!

Sicherlich hat Paul McCartney mit seiner Aussage, dass mehr Menschen Vegetarier sein würden, wenn sie wüssten, wie es in Schlachthäusern zugeht, recht. Jeder von uns hat schon irgendwo, in irgendwelchen Nachrichten von Skandalen in Schlachthäusern gehört. Die Arbeiter müssen am Tag tausende von Tieren betäuben, töten und zerlegen. Diese armen Geschöpfe gehen ja nicht freiwillig in den Tod. Völlig verängstigt und panisch, teils verletzt, viele sind auch schon tot, öffnen sich die Tiertransporter und die Schlachter nehmen die Tiere in Empfang, d.h. die Rinder oder Schweine müssen zum Teil mit Gewalt aus den LKW’s gezerrt werden, wo sich viele auch noch schwer verletzen.
Kein Mensch kann mir erzählen, dass das Schreien der Tiere, der Geruch, die weitaufgerissenen Augen, Blut überall (und noch mehr Blut nach dem „Stechen“), dass diese grauenhaften Szenen spurlos an den Arbeitern vorbeigehen.
Laut einer Studie der Technischen Universität Dortmund, Fakultät Sozialwissenschaften, müssen sich die Schlachthofmitarbeiter Strategien überlegen, wie sie gegen Mitleid, Bedauern,
Entsetzen und Trauer vorgehen, sich sozusagen eine „emotionale Neutralität“ aufbauen. Keinesfalls eine Beziehung zu den Tieren aufbauen und diese eher als Objekte betrachten, als „Rohlinge“ letztendlich für die Produkte aus einem Tierkörper
…das Töten wurde dadurch legitimiert, dass die Tiere im Schlachthof aus Sicht der Interviewten (Schlachthofmitarbeiter d.Red.) „tierschutzgerecht“ behandelt würden.“ (4)
Ein Arbeiter eines der Schlachthäuser, das von Temple Grandin überprüft wurde, berichtete:
„Wenn ich nach Hause kam, hatte ich schlechte Laune…bin direkt nach unten gegangen und habe ich mich schlafen gelegt. Die Kinder angeschrien und so. Einmal bin ich richtig ausgerastet – (meine Frau) weiß das auch. Da kam eine dreijährige Färse den Schlachtgang entlang, die bekam gerade ein Kalb, direkt dort, es hing halb heraus. Ich wusste, sie würde sterben, also zog ich das Kalb heraus. O Mann, ist mein Chef an die Decke gegangen… Diese Kälber werden „slunks“ („Glitscher“) genannt; ihr Blut wird in der Krebsforschung verwendet. Er wollte das Kalb haben…Wissen Sie, ich war bei den Marines. Das ganze Blut und so macht mir nichts aus. Aber die unmenschliche Behandlung. Es passiert einfach zu viel.“ („Tiere essen“ Jonathan Safran Foer)
Wenn Arbeiter aus diesem Job fliehen, dann weil sie diese Neutralität nicht mehr halten können, dass sie in dieser Kreatur, die um ihr Leben fleht und zum Teil kämpft, kein neutrales Objekt mehr sehen, sondern ein Tier, das Leben will.
Wer schon mal ein Tier sein Eigen nannte, eine Beziehung zum Hund oder Katze aufgebaut hat, kann doch allein nur beim Blickkontakt erkennen, ob das Tier Angst oder Schmerzen hat, dass es traurig ist oder „seinen“ Menschen mit Liebe anschaut.
Anders sieht es allerdings aus, wenn Menschen gezwungen sind, diesen Job zu machen. Sie kommen zum Teil aus dem Osten, rübergebracht von Schleppern, nicht ahnend, welcher Job auf sie wartet. Sie sind weit weg von Zuhause, müssen unter schlimmsten Bedingungen arbeiten, menschenunwürdig leben und obendrein werden sie auch noch für diese Höllenarbeit miserabel entlohnt. Die Arbeiter retten sich in Alkoholismus und Brutalität den Tieren gegenüber.
Tatsächlich gibt es Videos aus Schlachthäusern, wo in denen zu sehen war, dass Tiere vor ihrem Tod von den Arbeitern grauenhaft, man kann sagen „gefoltert“ wurden, dass sie getreten, geschlagen, dass Zigaretten auf ihnen ausgedrückt oder ihnen Augen ausgestochen wurden. Die Entsetzlichkeiten könnte man noch fortsetzen.
Rachel M. MacNair ist eine amerikanische Soziologin und Psychologin. Sie ist Aktivistin gegen Abtreibung, Krieg, Gewalt und den Fleischkonsum. Sie prägte den Begriff „Perpetration-Induced Traumatic Stress“, (eine Form der posttraumischen Belastungsstörung), die durch die Handlung des regelmäßigen Tötens entstehen kann. Betroffen sind u.a. auch Kriegsveteranen.
Sie fasste Beweise aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen, u.a. Soldaten (Kämpfer) und auch Tierschlächter. Sie argumentierte:
…dass die psychologische Belastung durch die Verletzung persönlicher moralischer Grenzen oder das Erleben der unmittelbaren Auswirkungen des eigenen Handelns Mechanismen auslöst, die denen bei Opfertraumata ähneln…(5)
Wenn ich solche Zeilen lese oder mir Videos zu Recherchezwecken anschaue, steigt in mir so viel Entsetzen, Wut und Trauer hoch, dass mir jegliche Toleranz für Fleischesser abgeht. In solchen Momenten sind sie für mich alle Mittäter, die Beihilfe zum Mord leisten!
„Mitleid mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft, dass man mit Gewissheit feststellen kann, dass niemand, der grausam zu Tieren ist, ein guter Mensch sein kann.“ (Arthur Schopenhauer, (P.S.)
Eine Frage formiert sich in meinem Kopf und bleibt hartnäckig bestehen: „Wieso entscheidet sich ein Mensch freiwillig Schlachter zu werden, wenn er nicht gerade zu den o.g. Gründen dazu gezwungen wird?!
- Geistige Entwicklung und Wesen des Tieres
Tiere sind empfindsame und soziale Wesen, sie zeigen Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und sind treu sogar bis in den Tod, sie sind fähig Empathie und Trauer zu empfinden, sie freuen sich ihres Lebens und sie zeigen diese Freude – und sie möchten leben!
Peter Sasse berichtet im Kapitel „Kirchliche Aussagen zur Tierseele“ über einen katholischen Theologen, der Tieren eine Seele abspricht und bezweifelt, dass sie Gefühle wie Sympathie, Schuld, Verzeihung, Gewissen, Barmherzigkeit und Liebe empfinden können. Nur jemand, der keine persönliche Beziehung zu einem Tier aufbauen könne, würde so etwas behaupten, so Peter Sasse: „…Tiere empfinden nicht nur Trauer, Freude, Schmerz, Sehnsucht und Leid wie der Mensch. Sie handeln niemals falsch, verstellen sich nicht, betrügen und lügen nicht, sie sind grundehrlich und geradeaus. Kann man das auch von allen Menschen sagen?“
Schon Darwin erklärte, dass die geistigen Fähigkeiten der Tiere viel bedeutender sind, als die Menschen bisher geahnt hätten.
In „Plädoyer für die Tiere“ (M.R.) erwähnt der Autor ein Zitat von Dominique Lestel, kognitiver Verhaltensbiologe an der École Normale Supérieure in Paris:
„Noch heute fällt es uns schwer zu akzeptieren, dass das Verhalten von Tieren ausgesprochen komplex sein kann, auch wenn diese Komplexität sich vom menschlichen Verhalten unterscheidet. Die Intelligenz von Tieren stellt aber nicht einfach menschliche, in weniger entwickelter Form dar, sondern ist schlicht und ergreifend eine andere Art von Intelligenz“.
Ich kann zumindest drei Beispiele nennen, wie sehr wir in unserer Wahrnehmung bei Tieren völlig falsch liegen.

Neben Rindern und Schweinen, sind Hühner diejenigen, die von der Fleischindustrie bevorzugt verarbeitet werden. Hühner sind kluge, einfühlsame und sehr soziale Tiere, die in der „Freiheit“
in Gruppen von 20 Hennen und einem Hahn leben. (a) Die ihrer Gruppe eigene Ordnung nennt sich Hackordnung und der Name ist nicht Programm, denn sie leben sehr friedlich zusammen. (b) Eigentlich kennt man Bilder von Hühnern, die auf einem Bauernhof rumlaufen, gerne in der Wiese auf der Suche nach Würmern herumpicken und ab und zu ein Sandbad nehmen. Ich erinnere mich, dies in meiner Kindheit oft gesehen zu haben; und tatsächlich das letzte Mal 2020 im Wendland.
Man geht inzwischen davon aus, dass ihre geistigen Fähigkeiten denen von Hunden, Katzen und sogar Primaten (dazu gehören übrigens auch die Menschen!) ähneln (c).
Auch ihre emotionalen Fähigkeiten sind überraschend, die Glucken (Hennen) können sich in ihre Küken hineinversetzen, wenn sie in Stress geraten, sie zeigen dann die gleichen Symptome! (d) Ist doch toll, oder nicht?
Ähnlich verhält es sich auch mit Schweinen. Auch ihre Intelligenz ähnelt der von Hunden und Katzen und ihre kognitiven Fähigkeiten denen von Menschenaffen. In einem Film über freilebende Schweine erfuhr ich Erstaunliches über diese Tiere.
Oft wird der Ausdruck „dreckig wie ein Schwein“ für jemanden benutzt, der sich in einem unhygienischen Zustand befindet. Dabei wird das Schwein mit dieser Bezeichnung verunglimpft, denn Schweine, die sich im Schlamm (also Dreck) wälzen, machen dies erstens um ihre Körpertemperatur zu senken und zweitens um Parasiten (Zecken) abzuwehren. Schweine haben eine sehr empfindliche Haut und dieses Suhlen ist Körperpflege.

Zum Koten würde ein Schwein niemals Orte wählen, wo es normalerweise spielt oder schläft. Was in der Massentierhaltung schlichtweg unmöglich ist.
Ein freilebendes Schwein, das kurz vor der Geburt der Ferkel steht, wird sich von den anderen Schweinen absondern und sich aus Zweigen, Blättern und Gras ein „Geburtsbett“ bauen, wo es seine Ferkel zur Welt bringt. In der Massentierhaltung wäre dies der Kastenstand, in dem die Sau sich nicht bewegen, geschweige sich umdrehen könnte! Und dort bleiben sie auch in dieser Position während der gesamten Stillzeit liegen!
Rinder sind gesellige, also auch soziale Herdentiere, die den Kontakt zu den anderen Rindern ihrer Herde suchen. Normalerweise leben sie in Gruppen von 20 – 70 Tieren, sie kennen sich alle persönlich und auch sie haben eine eigene Ordnung, um Streit zu vermeiden. Rinder sind kluge, verspielte Tiere, machen vor lauter Freude am Leben Bocksprünge oder rennen einfach über ihre Weide, so sie denn eine haben!
Kühe sind ähnlich lange schwanger wie Frauen. Kündigt sich die Geburt an, ziehen sie sich zurück. Nach der anstrengenden Geburt leckt die Kuh ihr Kalb trocken und muht zärtlich dabei, so lernt das Kalb die Stimme ihrer Mutter von den anderen Kühen zu unterscheiden. Normal ist, dass die Kälber bis zu 10 Monaten bei ihrer Mutter noch Milch trinken, danach wird das Kalb von der Mutterkuh entwöhnt, vergleichbar wie bei uns Menschen. Auch bleiben Mutterkuh und ihr Kind lebenslang verbunden…na?… genau, wie bei uns. Die Realität sieht auch hier anders aus: Kälber werden oft nach wenigen Stunden bis zu drei Tagen nach der Geburt von den Muttertieren getrennt. (e)

Wie sehr würden wir Menschenmütter leiden, wenn man uns unser Kind entführt, ein Kind, das ganz fürchterliche Angst hätte, nach uns rufen und weinen würde. Wir würden dem Entführer hinterherlaufen um unser Kind zurückzubekommen. Wer wissen will, wie das bei Kühen aussieht, sollte sich einmal die Mühe machen und sich ein Video solcher Szenen ansehen! Fündig wird man bei YouTube.
- Wann ist der Mensch nun ein Christ oder besser: Wann ist der Christ wirklich ein Christ?
Christ sein bedeutet für mich so zu leben, dass ich keinem Geschöpf Gottes ein Leid antue, bzw. so viel Leid zu verhindern suche, wie es mir möglich ist. Um entsprechend zu handeln, halten wir uns an folgende Tugenden, die für mich den christlichen Werten entsprechen: Liebe, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit! Den Willen zum Frieden nicht zu vergessen!
Aber so einfach scheint es wohl nicht zu sein, denn das Ding aller Dinge im Christentum und wenn man ihm angehören möchte, ist der Glaube an Gott und Jesus als Gottes Sohn und seine Auferstehung nach dem Tod. Der Glaube an all das, was wir über die Bibel von Gott und Jesus erfahren haben, soll all unser Denken und Handeln steuern und unserem Leben Orientierung und Vertrauen geben. (6)
Aber für mich ist das ein Riesenproblem! Wie kann ich an Gott glauben, wie kann ich diesen Gott lieben, wie kann ich handeln in diesem Glauben, wenn ich
- a) an die vielen Widersprüchlichkeiten und Grausamkeiten im Namen Gottes denke, die wortwörtlich in der Bibel stehen und
- b) ich Tag für Tag daran denken muss, was unsere Mitgeschöpfe, die laut Bibel von Gott genauso geliebt werden wie wir Menschen, unter den Menschen zu leiden haben?
Welchen unglaublichen Unmenschlichkeiten sie ausgesetzt sind, weil Gott den Menschen erlaubt hat, Tiere zu essen! Gefährdet das nicht überhaupt den Glauben an Gott? Es geht heutzutage längst nicht mehr darum, dass Tiere und Menschen, wie so oft in der Bibel beschrieben, Gefährten im Leben sind, gemeinsam wie vor hunderten von Jahren auf einem Bauernhof leben. Es geht mir mit meiner Kritik vielmehr darum, dass in der heutigen Zeit von Fürsorge und Würde dem Tier gegenüber in der Massentierhaltung nichts mehr erhalten ist. Dass der Mensch, unter anderem Christen also, das von Gott geliebte Geschöpf quält und für seinen Genuss tötet, obwohl uns viele andere Möglichkeiten zur Ernährung gegeben sind!
Warum kann mir niemand erklären, warum wir Menschen uns Christen nennen, sonntags in die Kirche gehen und für den Frieden auf der Welt beten, spenden für Misereor, Caritas und Brot für die Welt, im Namen von Liebe, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, aber genau wissen (und keiner kann mir da glaubhaft versichern, dass er von nichts wusste), und in Kauf nehmen, dass das Fleisch, die Wurst, der Käse und die Milch von Tieren kommen, die für unseren minutenlangen Genuss entsetzlich leiden! Wenn wir es wirklich mit dem Fortbestand unserer Welt, unserer Schöpfung mit all ihren Wesen, ernst meinen, dann müssen wir zwingend unser Leben anders gestalten. Männliche Küken, Ferkel und Kälber, sind Kinder! Sind Kinder Gottes!
Der Psalm 147:9 ist so zu verstehen, dass Gott erwartet, dass die Menschen die Tiere mit Würde behandeln! Im Kapitel “Christliche Tierethik“ habe ich dazu einiges zu erzählen!
- Gibt es eine christliche Rechtfertigung?
Es ist ein Leichtes, die Verantwortung bzw. die Schuld beim Genuss von Fleisch mit dem Willen Gottes, niedergeschrieben in der Genesis, moralisch zu rechtfertigen und zu begründen. Man darf nicht vergessen, dass die Bibel zu einer Zeit verfasst wurde, als es all die Erkenntnisse in Sachen Tierethik- und schutz noch nicht gab. Wann ist historisch der Punkt anzusetzen, dass dem Menschen bewusst geworden, dass er sich nach dem Töten eines Tieres für seinen Fleischgenuss schuldig fühlt im Sinne „ich habe getötet“?
Bei meinen Nachforschungen bin ich auf unglaubliche Verfehlungen der Kirche im Zusammenhang mit Tieren gestoßen: Christen verfolgten Christen (was ja auch in der Jetztzeit nicht so unüblich ist)! Erstmals habe ich über Urchristen gelesen, die sich weigerten Tiere zu essen und vegetarisch gelebt haben. Sie wurden u.a. vom frühchristlichen Schriftsteller Tertullian als die „wahren Christen“ und die Fleischesser als „Leiber ohne Seele“ bezeichnet. Diese Urchristen bezogen ihren Widerwillen Fleisch zu essen aus dem Neuen Testament und den Lehren Jesus von Nazareth; aber auch das Neue Testament, von dem man nicht weiß, wer, wann, wo und wie viele daran geschrieben haben, bringt keine absolute Klarheit! Mittlerweile wissen wir ja, dass für jeden Gläubigen die eigene Wahrheit in der Bibel gefunden werden kann.
Um ca. 320 – 325 nach Chr. wurde das Erbe der Urchristen besiegelt. Der damals herrschende Kaiser Konstantin sah, dass die zweite Macht im römischen Reich die Kirche ist und fasste alle religiösen Strömungen zu einer einheitlichen Kirche zusammen (Konzil Nicäa 325 n. Chr.), wahrscheinlich um sie so besser kontrollieren zu können, bzw. die Stabilität des römischen Reiches zu festigen. Die Kirche, die damals bereits das Urchristentum verlassen hatte, begann, um die religiösen Traditionen beizubehalten, die Lebensweise derer zu bekämpfen, die noch in Teilen den alten Lehren Jesus von Nazareth folgten. In der Synode von Ancyra (Ankara) im Jahr 314 wurde beschlossen, dass Priester und Diakone, die vegetarisch lebten, aus dem Amt entfernt werden sollten. Die Urchristen galten seitdem als Ketzer, besonders schlimm ging man gegen Vegetarier vor, denen der Prozess gemacht und die anschließend hingerichtet wurden. Wer den neuen Gesetzen nicht folgte und eher ein Jesus von Nazareth Anhänger blieb, wurde brutal bekämpft, wie z.B. der Theologe Priscillian, der nach wie vor urchristlich dachte, zudem auch noch Vegetarier war und mit sechs anderen Landsleuten 386 n. Chr. hingerichtet wurde. (P.S.)
Ich denke, dass diese Historie nicht allgemein bekannt ist, auch ich habe das Lesen mehrmals fassungslos abbrechen müssen. Das ist nur ein Teil von dem, was ich über die Urchristen im Buch von Peter Sasse gelesen habe und wäre schon die erste Rechtfertigung!
Hinzu kommt noch das Argument der „fehlenden Seele“ der Tiere. Hier hat die Kirche zwar nicht die Ergebnisse René Descartes bezüglich seiner Forschungen über die Verhaltensweise von Tieren komplett übernommen (Descartes behauptete, dass Tiere keine Empfindungen wie z.B. Schmerz fühlen, ihre Schmerzenslaute eher an ein Quietschen von Maschinen erinnern würde), aber beide teilten die Annahme, dass Tiere keine unsterbliche, geistige Seele besäßen. Und „der einzige Zweck für ihr Erdendasein ist, vom Menschen ausgebeutet zu werden. Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild und befahl ihm, „über die Fische im Meer und über die Vögel unterm Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht“ zu herrschen.“ (M.R.)
Und das reicht wohl ebenfalls als Rechtfertigung, unbekümmert Fleisch zu essen, denn mit der fehlenden Seele würde den Tieren auch das Gefühl von Schmerz fehlen; sie sind halt „hart im Nehmen“ und „können einiges aushalten“ und überdies sind sie nur „seelenlose Automaten“. So einfach ist das!
- Der große Anteil der Kirche am Leid der Tiere
a) Der Ratzinger
Ich gebe zu, ich war noch nie ein Fan von Joseph Alois Ratzinger (Papst Benedikt XVI.), weshalb es mir enorm schwer gefallen wäre, die Achtung gebietende Bezeichnung „Eure Heiligkeit“, geschweige denn „Heiliger Vater“ anzuwenden! Dann hätte ich lieber das Weite gesucht…
Ich weiß, man solle Tote ruhen lassen und ihnen nichts Böses nachsprechen, aber was ich jetzt jüngst gelesen habe, kann ich einfach nicht verschweigen und ich möchte damit verdeutlichen, dass selbst ein Papst (einige andere Kleriker werde ich auch noch zu Wort kommen lassen) die Augen trotz des Wissens über Grausamkeiten bei der Tierhaltung zu schließen vermag und z.B. er „ethische Regeln“ beim Genuss von Kapaun, eine seiner kulinarischen Vorlieben, vergisst! („Papst ohne Heiligenschein“ v. Hubertus Mynarek, (P.S.)

Zur Erklärung: Was ist ein Kapaun?
Ein Kapaun ist ein etwa zwölf Wochen alter Hahn, der kastriert und gemästet wird. Sein Fleisch wird vor allem von Feinschmeckern bevorzugt. Die Kastration wird von geübten Personen oder von Tierärzten vorgenommen. Die Entfernung von Kamm und Bartlappen ist sehr schmerzhaft. Die Kastration ist seit 2005 in Deutschland und Österreich verboten. (f)
Anders als man es von anderen Haustieren kennt, liegen die Hoden bei Hähnen in der Bauchhöhle. Dadurch ist die Kastration kein einfacher Eingriff. Er muss in jedem Fall vom Fachmann durchgeführt werden.
Durch zwei kleine Schnitte seitlich am Rücken werden die Hoden der jeweiligen Seite mit einer speziellen Zange herausgezogen und abgedreht. Meist sind die Tiere während der knapp eine Minute dauernden Operation nicht betäubt.
Dem Kapaun werden traditionell direkt im Anschluss auch sein Kamm und die Bartlappen abgeschnitten. Das wird damit begründet, dass sekundäre Geschlechtsmerkmale die Aggression anderer Hähne provozieren könnten, obwohl die Kapaune bei den meisten spezialisierten Betrieben nicht in gemischten Gruppen gehalten werden. (g)
Und abschließend noch ein Zitat von Hubertus Mynarek:
„Hatte nicht schon der junge Theologieprofessor Ratzinger, damals also noch nicht Bischof, Kardinal oder Papst, in seinen Vorlesungen vor seinen Theologiestudenten vollmundig getönt, es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle er seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe. Es geht eben nichts über ein katholisches Gewissen. Das deckt alle Schuld zu, und wenn es sich wirklich einmal meldet, gibt’s ja die Beichte, die einem endgültig alle Skrupel nimmt.“ (P.S.)
In italienischen Medien wird derzeit darüber spekuliert, ob und wann ein Seligsprechungsprozess für den Ende 2022 verstorbenen Papst Benedikt XVI. (2005-2013) eingeleitet wird. (7)
Der verstorbene Papst Franziskus äußerte sich wie folgt:
„Wenn…das Herz wirklich offen ist für eine universale Gemeinschaft, dann ist nichts und niemand aus dieser Geschwisterlichkeit ausgeschlossen. Folglich ist es auch wahr, dass die Gleichgültigkeit oder die Grausamkeit gegenüber den anderen Geschöpfen dieser Welt sich letztlich immer irgendwie auf die Weise übertragen, wie wir die anderen Menschen behandeln. Das Herz ist nur eines, und die gleiche Erbärmlichkeit, die dazu führt, ein Tier zu misshandeln, zeigt sich unverzüglich auch in der Beziehung zu anderen Menschen“ Papst Franziskus Laudato si’ Nr. 92. 24. Mai 2015, (Mi.Ro.)
Ob Papst Franziskus gewusst hat, wie (im speziellen) sein Vorgänger im Vatikan und andere Kleriker darüber gedacht haben?
b) Und was gibt es sonst noch an Absurditäten zu berichten?
Mitte des 19. Säkulums (1801 – 1900), untersagte Pius IX. die Eröffnung eines Tierschutzbüros in Rom; habe der Mensch doch, was Tiere betrifft, keinerlei Pflichten (Papst Pius IX.) 1985 erfolgte der erste Schritt zu seiner Heiligsprechung kraft offizieller Anerkennung seiner „heroischen Tugend“. (Wikipedia)
Einen Hund zu verprügeln oder ihn verhungern zu lassen, ist keine Sünde. Denn ein Hund ist keine Person und hat deshalb keine Seele. (ital. Erzbischof Alfredo Battisti, gest. 2012) (P.S.)
Tiertötung ist, wenn mit der Erlaubnis und unter Gebot Gottes vollzogen, ein priesterlicher Akt… (Karl Barth, evangelischer Theologe, gest. 1968) (P.S.)
c) Hier gibt es Kontra
Seit Jahrhunderten gibt es Stimmen, die immer wieder für das Wohl und das Leben der Tiere eintreten, z.B.
Plutarch (griechischer Philosoph und Schriftsteller, 45 – 125 n.Chr.), der sich in seinem Werk Über das Fleischessen leidenschaftlich für die Tiere einsetzt:
„Wenn ihr mich fragt, warum Pythagoras sich des Fleischessens enthielt, antworte ich voller Staunen mit einer Gegenfrage: Welchen Grund oder eher welchen Geisteszustand hat jener der seinem Mund ein Stück eines Ermordeten nähert, der mit seinen Lippen die blutigen Gebeine eines toten Tieres berührt, der auf seinem Tisch Leichen und Kadaver servieren lässt und anschließend verschlingt, die noch kurz zuvor mähten, muhten, liefen? Könnten er mit ansehen, wie einem wehrlosen Tier die Kehle durchgeschnitten, die Haut abgezogen und es in Stück gerissen wird?“(M.R.)
Oder Ovid (43 v.Chr. – 17 n. Chr, römischer Dichter) in seinem Hauptwerk Metamorphosen:
„Welch Bosheit unser eigenes Fleisch das Fleisch anderer verschlucken zu lassen, Unsere gierigen Körper mit anderen Körpern zu mästen,
Ein Lebewesen mit dem Tod eines anderen zu nähren.“(M.R.)
Der bekannteste katholische Denker, der heilige Franz von Assisi, bekannt für seine Liebe für Tiere, bat darum
„alle Geschwister der Welt, alles was lebt, alles was existiert zu respektieren und zu ehren“. (M.R.)
Einer noch, dann höre ich auf…
Mir unbekannt, aber mit einer großartigen Aussage, empfehle ich Jean Meslier (1664 – 1729, kath. Priester und Radikalaufklärer):
„Welch Grausamkeit und Barbarei, Tiere so zu töten, zu betäuben, ihnen die Kehle durchzuschneiden, wie man es für gewöhnlich tut. Diese Tiere haben uns nicht das geringste Übel angetan und spüren ebenso wie wir Unrecht und Schmerz, auch wenn unsere neuen Kartesianer (Anhänger von René Descartes) nicht davon ablassen, irrtümlicher- und lächerlicherweise das Gegenteil zu behaupten. Für sie sind Tiere nichts als völlig gefühllose Maschinen…“ (M.R.)
Das trifft es auf den Punkt!
d) Gottes Geschöpfe ohne Seele
Die Bibel ist nicht rein philosophisch ausgerichtet obwohl sie Themen der Philosophie wie Gerechtigkeit, Wahrheit, Leben und Tod berührt. Wenn man bedenkt, wann die ersten Texte verfasst wurden, erinnert die Bibel eher an eine Sammlung von Geschichten und Sagen, die abends am Lagerfeuer die „Märchenstunde“ einläuteten. Sicherlich zeugt sie von den Lebenserfahrungen der Propheten (AT) und Evangelisten (NT) die sich auf das menschliche Zusammenleben richteten.
Die frühchristliche Kirche bzw. das Christentum, das sich anfangs im römischen Reich ausbreitete, musste sich mit der dortigen anerkannten, hochentwickelten Philosophie auseinandersetzen. Zweifellos wird sie Elemente übernommen, umgeformt oder auch abgelehnt haben. Das Ergebnis war eine „Kirchenphilosophie“ aus jüdischen, griechischen und römischen Strömungen. Herausragende griechische Philosophen wie z.B. Platon, Pythagoras oder Aristoteles sind hier besonders als „Ideengeber“ zu nennen. Aristoteles teilte die Seele in drei Einheiten, die vegetative (Pflanzen), die sensible (Tiere) und die rationale (Menschen) Seele. Diese These übernahm die Kirche gerne, die vor allem in ihrer Schöpfungsgeschichte anthropozentrisch ausgerichtet war.

Im 4. – 6. Jh. stellte Augustinus (354 – 430, Theologe, Kirchenlehrer u. Bischof) klar, dass Tiere vernunftlos und nicht geistesbegabt seien.
Zwischen 1252 und 1273 entwickelte Thomas von Aquin (1225 – 1274, bedeutender Philosoph, Theologe und Priester) die Theorie, dass Tiere eine sensitive Seele haben, die mit ihrem Tod auch vergeht.
1637 veröffentlichte René Descartes (1596 – 1650, Philosoph, Mathematiker u. Naturwissenschaftler) sein Werk „Abhandlung über die Methode zum richtigen Vernunftgebrauch und zur wissenschaftlichen Wahrheitssuche“. Aus dieser Abhandlung, die einen ziemlichen Keil zwischen das Verhältnis der Gefährten Mensch und Tier treibt, leitet er folgende, mehr als bedeutende, Sätze heraus:
Erstens > Es gibt keinen Menschen, der nicht reden kann – und wenn auch nur mit einer reduzierten und nonverbalen Sprache wie der Taubstummensprache.
Zweitens > Es gibt kein Tier, das im Sinne des verstehenden, reflektierten Redens sprechen kann – auch nicht mit einer ihm eigenen Sprache, die der Mensch nicht versteht.
Daraus folgerte er:
Drittens > Das Tier hat also keine Vernunft.
Viertens > Und Wesen, die keine Vernunft haben, haben auch keine Vernunftseele, sondern sind wie eine Uhr ein gut funktionierendes, aber seelenloses Räderwerk. (MiRo)
Von der Neuzeit bis jetzt steht im Katechismus der Katholischen Kirche, dass der Mensch das einzige Geschöpf ist, dass Gott „um seiner selbst willen“ gewollt hat und Tiere zwar auch seine Geschöpfe seien, aber keine unsterbliche Seele haben.
Ein kleines Experiment

Man schaue einem nahestehenden Menschen in die Augen. Was sehen oder spüren wir? Man spürt eine Verbindung, eine Beziehung. Wir kommunizieren mit etwas im Inneren des Menschen. Ist es die Seele? Machen wir das gleiche mit einem Tier, das wir lieben. Was empfinden wir? Ich sehe die grenzenlose Liebe meines Hundes, sein Vertrauen und seine Treue! Das ist etwas in seinem Inneren, das wir glauben zu spüren, aber nicht beweisen können. Und jetzt denken wir an Descartes, an seine These, dass Tiere nur leblose Automaten wären!
Und genau deshalb vermeiden es Schlachthofmitarbeiter den Tieren in die Augen zu schauen!
Warum ein Geschöpf Gottes, angeblich ohne unsterbliche Seele, aus diesem Grund heute noch gequält und getötet werden darf, obwohl die Wissenschaft klar nachgewiesen hat, dass das Descartes‘sche Denken grober Humbug war, dass Tiere hochentwickelte Wesen sind und es einfach keine überzeugenden Gründe mehr gibt, Fleisch zu essen, erschließt sich mir absolut nicht. Ein Geschöpf Gottes tötet ein anderes Geschöpf Gottes wirklich nur für den selbstsüchtigen Genuss?
e) Tierquälerei aus religiösen Gründen
Spanien – hier finden/fanden wohl die bekanntesten Volksbelustigungen statt, bei denen Stiere misshandelt und getötet werden oder wurden.
Die Stierhatz von Pamplona, weltbekannt, findet jedes Jahr am Tag zu Ehren des Heiligen Fermin statt. Hier werden sechs Stiere mit Elektroschocks aus den
Ställen getrieben, durch die Stadt gejagt, durch das Grölen der Besucher geraten die Stiere in Stress, stürzen in den Kurven der Altstadt, werden von nachfolgenden Stieren überrannt und durch die Schläge der Treiber geraten sie vollends in Panik, erleiden Knochenbrüche und haben keine Chance diesen Tag zu überleben, denn am Ende wartet die Arena und ihr Tod.
In der Stadt Tordeslillas wird ebenfalls jedes Jahr ein Stier auf ein Feld getrieben, wo Dutzende Männer mit Lanzen auf das Tier einstechen dürfen. Dieses Fest „Toro de la Vega“ wird zu Ehren der Schutzpatronin der Stadt gefeiert. Etliche Tierschutzorganisationen traten für die Stiere ein und seit 2016 darf die Stierhatz nicht mehr durchgeführt werden!
In Manganeses de la Polvorosa nordwestlich von Madrid wird alljährlich zum Fest des Heiligen St. Vinzenz eine lebendige Ziege vom Kirchturm geworfen, die zwar unten aufgefangen werden sollte, klappt aber nicht immer! Die Ziege wird vom Turm geworfen, als Zeichen des Triumphes über das Böse!
Italien – auch hier werden Tiere im Namen von Heiligen gequält!
Bei der „Fiesta die Tori“, ein umstrittenes Spektakel zu Ehren einer Madonnenfigur wurden im Rahmen der Marienprozession bis ins 20. Jh. Bullen durch die Stadt gehetzt und gequält.
In Ururi werden Ochsengespanne bei einer Heiligenprozession durch den Ort gezogen, die Tiere werden dabei geschlagen und gestoßen, das Ganze wurde als Opferlauf interpretiert. (P.S.)
Die italienischen Bräuche gab es bis ins 20. Jahrhundert, meines Wissens existiert die spanische Stierhatz in Pamplona noch!
- Über christliche Tierethik
Oft habe ich die Aussage gehört, dass „wir“ Kritiker der Tierhaltung und des Tieressens doch eines vergessen: Eigentlich haben die Tiere auf den Bauernhöfen, in den Ställen doch ein gutes Leben! Sie brauchen sich kein Futter zu suchen, es wird ihnen bereitgestellt und sie leben nicht in freier Natur. Die Natur kann grausam sein, man denke nur an die dort lebenden Raubtiere! Nein, das ist keine Grausamkeit, das ist das natürliche Leben der Tiere! Grausam ist das, was die Menschen den Tieren antun. Aber wir reden ja schon seit vielen Jahren nicht mehr vom „romantischen Leben auf dem Bauernhof“, sondern von riesigen Hallen, in denen Tiere eng an eng ihr kurzes Dasein fristen müssen.
In der umfangreichen Literatur über christliche Tierethik, über Tierhaltung und über die Beziehung zwischen Menschen und Tieren taucht unweigerlich irgendwann der Name Descartes (s.o.) und seine These über „tierische Automaten“ auf. Laut Wikipedia wird René Descartes heute als der „Vater der neueren Philosophie“ bezeichnet. Schön für die Menschheit (wir alle wissen, dass sich Väter auch fürchterlich irren können), aber für die Tiere und ihren Stellenwert in der Schöpfung, und in unserem weiteren Verhältnis zu Gott, hat er für die Tiere den Weg als Opfer in einen ungeheuerlichen, monströsen und schrecklichen Krieg bereitet, die sich Massentierhaltung nennt und die jährlich Millionen von Tieren das Leben kostet. Und das schon seit Jahrzehnten!
„Für die Tiere ist jeder Mensch ein Nazi, für die Tiere ist jeder Tag Treblinka.“ Isaak Bashevi Singer (P.S.)
Gott gab den Menschen in der Schöpfungsgeschichte nach der Sintflut die Aufgabe, über die Tiere zu herrschen, es war aber nicht die Rede davon, dass sie schlecht behandelt werden sollten. Herrschen soll hier heißen: Fürsorge tragen! Aber sie sollten und sollen auch den Menschen nützlich sein.
In seinem Buch „Die Würde der Tiere“ vermerkt Rainer Hagencord einen sehr interessanten Satz von Elias Canetti (aus: Die Fliegenpein):
„Das Gedeihen der Welt hängt davon ab, dass man mehr Tiere am Leben erhält. Aber die, die man nicht zu praktischen Zwecken braucht, sind die wichtigsten. Jede Tierart, die stirbt, macht es weniger wahrscheinlich, dass wir leben. Nur angesichts ihrer Gestalten und Stimmen können wir Menschen bleiben. Unsere Verwandlungen nutzen sich ab, wenn ihr Ursprung erlischt.“
Die man nicht zu praktischen Zwecken braucht? Damit sind nicht die Nutztiere gemeint und auch nicht unsere geliebten Haustiere. Aber es bedeutet, dass alle Tiere, vom kleinsten Käfer bis hin zum riesigen Blauwal wichtige Aufgaben haben, sie also unsere gemeinsamen Partner im Schutz und Erhalt unserer Welt darstellen!
Und damit wären wir wieder am Anfang aller Dinge, bei der Schöpfungsgeschichte, denn wie heißt es dort nochmal?
„Seht, ich übergebe euch alles Kraut, das Samen hervorbringt auf der ganzen Erde, und alle Bäume, die samentragende Früchte hervorbringen; sie sollen euch zur Speise dienen. Allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf Erden regt und Lebensodem in sich hat, gebe ich alles grüne Kraut zur Nahrung!“

Gott hat allen Geschöpfen die Aufgabe gegeben, die Erde zu erhalten, die uns mit allem was ihr zur Verfügung steht, dienen sollte! Es hat ja auch prima geklappt, bis zum „Apfel-Fall“ und der Mensch wohlgemerkt, aus dem Paradies vertrieben wurde!
Aber wenden wir uns der Tierethik zu, die somit als christlich zu verstehen sein sollte. Allgemeine Ethik beschäftigt sich z.B. mit den Fragen der Gerechtigkeit und des moralischen Handelns gegenüber anderen Menschen, sprich der Gesellschaft.
Tierethik bezieht sich speziell auf Tiere und umfasst Fragen zum Tierschutz, Rechte der Tiere, Tierhaltung in der Landwirtschaft oder Zoos und unser moralisches Verhalten gegenüber Tieren und des Speziesismus (Ungleichbehandlung von Lebewesen allein auf Grund ihrer Artzugehörigkeit). Tierethik bringt uns also dahin, dass wir uns über unseren moralischen Umgang mit Tieren bewusst werden müssen!
Konkret wären das u. a. Fragen, wie Nutztiere gehalten werden. Tiere in der Massentierhaltung können auf keinen Fall das Leben leben, wie sie es instinktiv tun würden, wenn sie frei wären. In welchen Bereichen hindert der Menschen sie an ihrem ursprünglichen Leben bzw. Verhalten? Da wäre alles zu nennen was
- die körperliche und seelische Gesundheit,
- das Fress- und Trinkverhalten,
- das Bewegungsverhalten,
- das Sozialverhalten,
- das Ruheverhalten,
- das Brut- u. Gebärverhalten, usw. betrifft. (Mi.Ro.)
Diese Liste ist unvollständig, aber wie man sieht, sind es jetzt schon alles Lebensbereiche, die auch für uns Menschen existentiell sind! Existentiell bedeutet übrigens, dass etwas von grundlegender, lebenswichtiger Bedeutung ist! Punkt!
Das tatsächliche Verhalten der Menschen gegenüber unseren Schöpfungsgenossen ist somit alles andere als verantwortungsbewusst und alles andere als christlich.
Doch was Hoffnung macht: In Münster existiert seit 2009 das Institut für theologische Zoologie, das zu einer wissenschaftlich fundierten theologischen Würdigung beitragen möchte!
- Habe fertig!
Aktuell lese ich das Buch von Michael Rosenberger (Mi.Ro.) „Der Traum vom Frieden zwischen Mensch und Tier“. Aus dem Klappentext möchte ich folgendes zitieren:
„Gleichgültigkeit oder Grausamkeit gegenüber anderen Geschöpfen dieser Welt überträgt sich immer auf die Weise, wie wir unsere Mitmenschen behandeln und wie unsere Beziehung zu Gott ist. Insofern ist die Mensch-Tier-Beziehung der Gradmesser jeglicher Moralität. Mit der Erfüllung des Traums vom Frieden zwischen Mensch und Tier ist also sowohl den Tieren, als auch darüber hinaus ganz besonders den Menschen geholfen. Nur so kann es ein Miteinander aller Lebewesen geben, das von Achtung und wahrer Wertschätzung geprägt ist.“
Zu dem Zeitpunkt als sein Buch veröffentlicht wurde, lehrte Prof. Dr. Michael Rosenberger Moraltheologie an der Katholischen Universität Linz. Moraltheologie ist in diesem Kontext, siehe meine zweite Überschrift, ein sehr interessantes Thema. Bedeutet doch Moraltheologie, in meinem Verständnis ausgedrückt: Wie verhalte ich mich als gläubiger Christ in der heutigen Gesellschaft, in einer sich ständig verändernden Zeit und mit den dadurch entstehenden Herausforderungen.
Und das betrifft nicht nur das gemeinschaftliche, aktive und wechselseitige Verhalten der Menschen in der Gesellschaft, sondern auch ihr Umweltbewusstsein, ihr Umweltverhalten sowie ihr solidarisches Tun und Denken der Natur und das bezieht Pflanzen als auch Tiere mit ein.
„Denn mitunter verschließt sich die Glaubensgemeinschaft einer ehrlichen und unvoreingenommenen Wahrnehmung der Welt und ihrer Möglichkeiten, ja sogar einer ehrlichen und unvoreingenommenen Wahrnehmung ihrer eigenen Tradition.“ Mit diesem Satz bezieht sich Michael Rosenberger auf das II. Vatikanische Konzil (1962 -1965).
Der einzige Text des II. Vatikanischen Konzils, von dem ich vermute, dass es das Gaudium et spes ist, beinhaltet folgende Sätze:
„Wie es aber im Interesse der Welt liegt, die Kirche als gesellschaftliche Wirklichkeit der Geschichte und als deren Ferment anzuerkennen, so ist sich die Kirche auch darüber im Klaren, wieviel sie selbst der Geschichte und Entwicklung der Menschheit verdankt. Die Erfahrung der geschichtlichen Vergangenheit, der Fortschritt der Wissenschaften, die Reichtümer, die in den verschiedenen Formen der menschlichen Kultur liegen, durch die die Menschennatur immer klarer zur Erscheinung kommt und neue Wege zur Wahrheit aufgetan werden, gereichen auch der Kirche zum Vorteil“ (Mi.Ro.)
Meines Erachtens bedarf es wesentlich mehr von Seiten der Kirche als die Aussage des II. Vatikanischen Konzils und das Laudato si von Papst Franziskus. Immerhin könnte man vermuten, dass die Kirche sich zumindest von einem anthropozentrischen Denken hin zu einem anthropologischen Denken bewegt!
Zwischen dem, wie wir als Christen über unsere Mitgeschöpfe denken und wie wir mit ihnen umgehen, und unserem tatsächlichen Handeln und Denken, besteht eine gewaltige Dissonanz. Da fällt mir nur eine Frage ein:
Warum tun wir das?
Wir leben doch in einer aufgeklärten Zivilisation, die Wissenschaft bringt immer wieder neue Erkenntnisse hervor über Medizin, Natur und Umwelt. Werden wir von Politikmächten und Wirtschaft so manipuliert, wird unser Bewusstsein einer Gehirnwäsche unterzogen oder warum dringt die Erkenntnis nicht in unseren Schädel: Wir müssen nicht töten um uns zu ernähren, wir werden nicht verhungern, wenn wir keine Tiere essen, wir werden nicht krank, wenn wir keine tierischen Proteine zu uns nehmen. Also:
Warum tun wir das?
Warum tötest Du, Mensch, dein Mitgeschöpf, deinen Schöpfungsgefährten, das Tier?
Wenn die Menschheit sich vegan ernähren würde, wäre es doch im Sinne Gottes, dass durch das Ende der Massentierhaltung die Umwelt geschützt werden könnte, oder nicht?
Dann könnte man Gott tatsächlich, mit aller Inbrunst sagen lassen: „Gott sah auf alles, was er gemacht hatte und siehe es war gut!“
„Hoffen wir, dass die Kirche in der Nachfolge Christi wieder zu einem Kampfplatz gegen die Ausbeutung von Tier, Mensch und Umwelt wird; dass sie – ganz im Sinne Franz von Assisis – zu einem Anwalt der Tiere wird, indem sie wieder prophetisch die Stimme erhebt gegen die mächtigen Strukturen und die mächtigen Schlachthöfe, die Gewalt an unseren Mitgeschöpfen und der Welt ausüben.“ Dr. Rainer Hagencord, Institut für theologische Zoologie, Münster (8)
Wenn man bedenkt, wie viele Christen es auf dieser Welt gibt, für die Aussagen des Vatikans, und erst recht wegweisende Aussagen des Papstes, richtungsweisend wären, wie vielen Tieren würde man dann das Leben retten, wie vielen Tieren ein tiergerechtes Leben schenken!
- Und das Zitat zum Schluss
„Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt“
(Christian Morgenstern)
Literaturverzeichnis:
(P.S.) „Tiere sind die besseren Menschen“ von Peter Sasse (erschienen beim Musketier-Verlag), geboren in Castrop-Rauxel, studierte an der Hochschule Vechta Pädagogik und parallel dazu Philosophie, Psychologie sowie Alte Geschichte. Er absolvierte seine erste Lehrerstelle im bischöflichen Dienst an einer katholischen Privatschule. Diese verließ er nach zehn Jahren aufgrund moralisch für ihn nicht zu akzeptierender Verhaltensweisen der Amtskirche sowie ihrer Vertreter und trat stattdessen in den niedersächsischen Schuldienst ein. Die Idee zu seinem zweiten Buch wuchs bei Peter Sasse während der Recherche zum Erstlingswerk „Die Angst vor der Frohen Botschaft“. Die Aussage der Kirche: Tiere haben keine Seele“ beschäftigte den Tierfreund und Besitzer von zwei Hunden so stark, dass er sich dem Thema mit Leib und Seele widmete und ein weiteres aufrüttelndes, aufklärendes Sachbuch verfasste.
(M.R.) „Plädoyer für die Tiere“ von Matthieu Ricard (erschienen beim nymphenburger-Verlag), 1946 in Paris geboren, ist promovierter Molekularbiologe. Nach seinem Doktorat am renommierten Institut Pasteur in Paris verbrachte er 13 Jahre mit Dilgo Khyentse Rinpoche, einem der größten tibetisch-buddhistischen Meister des 20. Jahrhunderts. 1979 wurde er als Mönch ordiniert und lebt heue im Kloster Shechen (Nepal). Matthieu Ricard ist Übersetzer des Dalai-Lama und Autor zahlreicher, sehr erfolgreicher Bücher, ein international anerkannter Fotograf und wirkt, in Zusammenarbeit mit führenden Vertretern der Kognitionswissenschaften, an wissenschaftlichen Studien mit. Zudem arbeitete er an dem unter dem Namen „Mind and Life“ bekannt gewordenen interdisziplinären Austausch zwischen Buddhismus und Wissenschaft mit. Er setzt sich für humanitäre Projekte ein: Den Erlös aus seinen diversen Büchern stellt er einer Stiftung zur Verfügung.
(R.H.) „Die Würde der Tiere“ von Rainer Hagencord (erschienen beim Gütersloher Verlagshaus), geboren 1961, studierte Katholische Theologie in Münster und Freiburg im Üechtland (Schweiz) und wurde 1987 zum Priester geweiht. Nach vierjähriger seelsorgerlicher Tätigkeit studierte er Biologie, Studienschwerpunkt Verhaltensbiologie, und Philosophie in Münster. 2002 wurde Rainer Hagencord vom Bischof von Münster für die Mitarbeit am Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster freigestellt. 2009 gründeten Anton Rotzetter und er das „Institut für Theologische Zoologie“. Es ist der erste Studiengang mit einer Verbindung von Theologie und Naturwissenschaft.
(Mi.Ro.)“Der Traum vom Frieden zwischen Mensch und Tier. Eine christliche Tierethik“ von Michael Rosenberger (erschienen beim Kösel-Verlag München), geboren 1962, studierte Theologie in Würzburg und Rom und wurde 1987 in Rom zum Priester geweiht. 1995 promovierte er an der Universität Würzburg, 1999 habilitierte er sich im Fach Moraltheologie. (Wikipedia)
Lehrt Moraltheologie an der Katholische Universität Linz. Seit 2004 ist er Mitglied der Gentechnik-Kommission beim österreichischen Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und Umweltsprecher der Diözese Linz. Er leitet die „Interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung“.
(J.S.F.) „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer (erschienen bei Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main), wurde 1977 geboren und studierte in Princeton Philosophie und Literatur. International bekannt wurde er mit seinen beiden Romanen „Alles ist erleuchtet“ (Fischer Taschenbuch Bd. 15628) und „Extrem und unglaublich nah“ (Fischer Taschenbuch Bd. 16922), die mehrfach ausgezeichnet und in 36 Sprachen übersetzt wurden.
„Der Dschungel“ von Upton Sinclair (erschienen Rowohlt Taschenbuch Verlag), geboren 1878 in Baltimore, ist mit rund 80 Romanen und Sachbüchern, 29 Theaterstücken, unzähligen Essays, Pamphleten und Briefen ein Klassiker der sozialkritischen Literatur. 1943 wurde Upton Sinclair mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Er starb 1968 in New Jersey.
Die Informationen über die Autoren sind aus dem Klappentext übernommen.
Bedanken möchte ich mich bei
- Markus Bürger vom Institut für Theologische Zoologie Münster. Mit seinem Impulsvortrag „Tierethik – Eine christliche Perspektive auf die Tierhaltung“ hat er mir sehr interessante Informationen vermittelt. Hiermit möchte ich auf die überaus wertvolle Arbeit des Instituts unter der Leitung von Dr. Rainer Hagencord hinweisen.
- der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. für die vielen hilfreichen Links, die mir freundlicherweise von Julia Weibel, Referentin für Tiere in der Landwirtschaft, zur Verfügung gestellt wurden. Für alle Interessenten, die sich über die unverzichtbare Arbeit dieser Organisation informieren wollen, hier ein sehr interessanter Link: https://www.peta.de/aktiv/tierfreie-landwirtschaft/
Quellenverzeichnis
(1) Leo Tolstoi – Zitate – Gute Zitate
(2) Zitat-Analyse: Paul McCartney über Schlachthäuser und Vegetarismus
(3) Fleischverarbeitung in Deutschland | Statista
(4) Wie das routinierte Töten von Tieren funktioniert – Fakultät Sowi – TU Dortmund
(5) Verletzungstrauma — Grokipedia
(7) https://katholisch.de/Spekulation um mögliche Seligsprechung von Benedikt XVI. – katholisch.de
(8) Tierethik-eine-christliche-Perspektive-auf-die-Tierhaltung-Markus-Buerger.pdf
(a) Brade, W. et al. (eds) (2008): Legehuhnzucht und Eiererzeugung: Empfehlungen für die Praxis. Landbauforschung Sonderheft 322. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut. Verfügbar unter: https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf. [02.01.2017]
(b) Smith, C. L. & S. L. Zielinski (2015): Schlaue Hühner. Verfügbar unter: https://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910. [01.08.2018]
(c) Smith, C. L. & S. L. Zielinski (2015): Schlaue Hühner. Verfügbar unter: https://www.spektrum.de/news/schlaue-huehner/1342910. [01.08.2018]
(d) Edgar, J. L., E. S. Paul & C. J. Nicol (2013): Protective Mother Hens: Cognitive Influences on the Avian Maternal Response. Animal Behaviour 86, no. 2, pp. 223–29. doi:10.1016/j.anbehav.2013.05.004.
(e) https://www.geo.de/geolino/tierlexikon/702-rtkl-tierlexikon-rind https://www.provieh.de/tiere/nutztiere/rinder/milchkuehe/#grundbed%C3%BCrfnisse milchk%C3%BChe-jump
(f) https://de.wikipedia.org/wiki/kapaun
(g) https://www.helpster.de/hahn-kastrieren-informatives
Die Inhalte aus dem Buch Genesis stammen aus der Bibelausgabe, die der deutschen Übersetzung aus Herders Bibelkommentar zugrunde liegt, deren Text in Abstimmung mit der Jerusalemer Bibel völlig überarbeitet wurde.