Die Autoren

 

Thomas Esche (nebst Muse)Thomas Esche

Schreiben und Lesen hat heutzutage immer mehr ein wenig von „Friss oder Stirb“ an sich. Wie viele andere mag auch ich es nicht, wenn man mir ins Wort fällt. Nicht umsonst gibt es in den Parlamenten dieser Welt Institutionen, die über die Redezeit und das Recht dazu Obacht halten und Zwischenrufer zur Ordnung zitieren. Leider geht die reine Kultur des Redens und Zuhörens in unserer Zeit immer mehr verloren. Jemanden ausreden zu lassen und ihm zuzuhören bedeutet ihm Respekt und Anerkennung zu zollen, seine Meinung ernsthaft in Erwägung zu ziehen und sie möglicherweise auch in ein Gesamtes einfließen zu lassen. Vielleicht äußern sich deswegen heute so viele Menschen lieber im neuen Medium Internet und oftmals leider auch anonym. Wenn sie schreiben, können sie ausreden. Niemand ‚redet‘ ihnen dazwischen und beraubt sie ihrer Anerkennung, ihre Ausführungen nicht beenden zu dürfen und diskreditiert sie gleich im Ansatz.

Jeder hat ein Recht auf Anerkennung, egal welche Position er einnimmt. Wer will das entscheiden, welchen Wert eine Meinung hat, wenn nicht die Situation selbst? Hier wird niemandem der Mund verboten, der sich an ein sachliches, konstruktives und gemeinschaftliches Miteinander hält und sich nicht der Polemik bedient.

Teilt uns Eure Visionen, Träume, Ängste oder Befürchtungen mit und wir werden offen diskutieren und unsere vortragen. Die Schrift ist das Protokoll und der Konsens liegt im miteinander reden. Nur so funktioniert Zukunft!

 

Birgit HartmeyerBirgit Hartmeyer

Geboren in Münster/Westfalen und aufgewachsen in Telgte. Studium in Münster und England. Längere Aufenthalte in London und Brasilien, die mich sehr geprägt haben. Ich habe vier Hunde und bin Mitglied im Tierheim Münster und bei der Tierrechtsorganisation PETA. Der Tierschutz und alle damit zusammenhängenden Themen liegen mir sehr am Herzen. Deshalb – und auch aus gesundheitlichen Gründen – ernähre ich mich seit über vier Jahren vegetarisch mit immer größer werdendem veganen Anteil. Die Mitarbeit bei QUERZEIT gibt mir die Möglichkeit, mehr Menschen zu erreichen, als dies allein möglich wäre. Ich möchte auf Missstände in unserer westlichen konsumorientierten und egomanischen Gesellschaft hinweisen und durch meine zum Teil satirischen Beiträge Denkanstöße liefern und zum Umdenken bewegen.

 

Arnold IllhardtArnold Illhardt

Eigentlich würde ich gerne in Amsterdam oder in der Abgeschiedenheit der Uckermark leben. Des lieben inneren Friedens willen habe ich mich nach einem langwierigen Entscheidungsprozess kompromissmäßig auf Telgte einigen können: Hier bin ich gebor’n und laufe durch die Straßen. Und hierhin zog es mich zu meiner eigenen Verwunderung nach 30 Jahre dauernder Abstinenz wieder zurück. Schon als jugendlicher Widerstandskämpfer plante ich, einen Freistaat auszurufen oder am besten auf alles Staatliche komplett zu verzichten. Doch leider wurde nicht einmal mein Antrag auf Weltbürgerschaft akzeptiert; Kreativität ist nicht Sache der Leute auf den Behördenstuben. Aus Protest wurde ich Frei- und Querdenker. Mein Plan, als Rockstar oder arbeitsloser Bonvivant mein Leben mit Sinn zu füllen, scheiterte. Meine Tätigkeit als Psychologe ist ein guter Kompromiss, allerdings kombiniere ich diese Tätigkeit gerne mit Kulturarbeit, Schriftstellerei und verkorkstem Aktionskünstlertum. Letzteres sind zwar brotlose Künste, aber der Mensch lebt eh nicht vom Brot allein. Mein Inspirationsquellen sind meine Frau, sizilianischer Rotwein und das Reisen. Ansonsten lebe ich das schönste meiner Leben und werde verdammt ungehalten, wenn mir jemand in der Sonne steht!

 

Franz Josef IllhardtFranz Josef Illhardt

Geboren 1948 und aufgewachsen in Telgte. Grundschule (Klassen 1-4) ebendort. Gymnasium in Warendorf und Niedermarsberg. Theologiestudium in Münster. Promotion und Habilitation in medizinischer Ethik an der Uni Freiburg. USA-Aufenthalt. Bis 2013 Geschäftsführer der Ethik-Kommission an der Uni-Klinik Freiburg. Ab 2013 Seniorenstudium der Politikwissenschaft. Beteiligung an der „Querzeit“ aus Verbundenheit mit meinem Bruder wegen seiner praktischen Ader. Möglichkeit, unbequeme und wissenschaftlich nicht abgefederte Gedanken zu äußern, die in meiner beruflichen Laufbahn nicht gesagt werden konnten.

 

Marion IllhardtMarion Illhardt

1960 kam ich in einer bitterkalten, tiefverschneiten Winternacht, einen Tag vor Silvester auf die Welt. Ich war damals schon sehr neugierig auf das Leben, schließlich war ich eine Frühgeburt. Neugierig auf das Leben habe ich mit 21 Jahren meiner damaligen Heimatstadt den Rücken gekehrt und bin nach München gezogen. Was für eine Erkenntnis, mit null Erfahrung in ein völlig anderes Leben einzutauchen.

Als junge Frau wollte ich Kunstgeschichte studieren, aber mein Leben plante etwas völlig anderes, ohne mich zu fragen! Und ich hatte davon geträumt, einmal in einem alten Haus zu leben.

Nun wohne ich in einem kleinen weißen Haus direkt an der Ems. Von unserer Terrasse führen ein paar Stufen zum Wasser hinunter, wo sommertags ein Kanu liegt. Wenn die Bäume in ihr Frühlingsgrün gekleidet sind und der blaue Himmel sich als Kontrast darüber abzeichnet, könnte man meinen, Monet hat hier eines seiner Kunstwerke erschaffen. Wir haben das kleine Haus “Farasan” genannt! Und so heißt auch unser „Lebensprojekt“.

Für mich bedeutet „Querzeit“ eine Möglichkeit, in dieser kapitalistischen, oberflächlichen Welt eine Veränderung im Denken und Handeln anderer herbeizuführen.

Ich bevorzuge die „leisen“ Töne in meinen Texten und liebe es, Reisen, Landschaften und Begebenheiten zu beschreiben. So möchte ich dem Leser das Gefühl vermitteln, mit mir vor Ort gewesen zu sein.

 

Daniela KaminskiDaniela Kaminski

Geschrieben habe ich schon immer. Wo soll man auch hin mit den vielen Gedanken, wenn nicht aufs Papier oder jetzt in den Rechner? Zudem bin ich überzeugt, dass Gedanken, einmal in die Welt gesetzt, nie mehr verloren gehen – leider auch die nicht so gelungenen. Aber Worte und Texte können anregen: zum Nachdenken, zu Reisen, zum Besuch von Museen, zum Auseinandersetzen mit anderen Lebens- und Sichtweisen. „Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort“, prophezeite Gottfried Benn. Ich arbeite dran.

 

Eckhard KupferEckhard Kupfer

Geboren wurde ich im Oktober 1947, und trotz dieser optimalen Voraussetzung konnte ich nicht Mitglied werden in der Gruppe 47 (Heinrich Böll, Günter Grass, Walter Jens u.v.a.). Meine frühen literarischen Werke – Ansichtskarten aus dem Urlaub – waren wohl nicht überzeugend genug.

Aufgewachsen bin ich im Ruhrgebiet, dort habe ich auch das Gymnasium besucht und Abitur gemacht. Nach dem sich dann anschließenden Studium war ich vierzig Jahre lang Lehrer in den Oberstufenklassen eines Wirtschaftsgymnasiums im westlichen Münsterland. Trotz des erheblichen Arbeitspensums war ich immer sehr gerne Lehrer; bin aber nun im Ruhestand. Seit 1974 lebe ich mit meiner Familie in einem Dorf im Emsland.

Das Engagement von Marion und Arnold Illhardt begeistert mich, ihr Impetus, auch außerhalb großer Städte und ohne den direkten Hintergrund einer Universität kulturelles Leben in seinen vielen unterschiedlichen Facetten zu präsentieren und in die Stadt Telgte zu implementieren, verdient großen Respekt. Zudem bringen sie sich selber mit vielfältigen Aktivitäten in beeindruckender Weise ein. Dabei will ich sie gerne ein wenig unterstützen.

Meine persönliche Motivation umfasst aber noch einen zweiten Aspekt: So manche Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Politik ärgern mich – und dann möchte ich diese Dinge gerne aufspießen, fern von allen idealistischen Weltverbesserungsbestrebungen.

 

Sandra LöhrSandra Löhr

Es wird wohl Zeit, dass ich mich mit dem Gedanken anfreunde, dass ich eine neugierig Suchende bin und vielleicht immer bleibe. Nachdem ich 1980 geboren und in einem lippischen Dorf aufgewachsen bin, probierte ich zumindest beruflich schon Verschiedenes aus. Es bedurfte erst einer Verwaltungsausbildung und viele unterschiedlich langweilige Jobs um mit 29 Jahren zu entscheiden, Kunst/Musik und Philosophie an der Uni Bielefeld zu studieren – damals einfach, um im Hier & Jetzt etwas zu tun, das mich interessiert. Mittlerweile befinde ich mich dort im Masterstudiengang Philosophie. Mal sehen, wohin mich mein Weg danach trägt. Persönlich wünsche ich mir derzeit mehr grünere, kreativere und liebevollere Lebensumstände (in umgekehrter Reihenfolge).
Dinge mit der philosophischen Brille zu durchleuchten, ist für mich nur eine von vielen Arten, die Welt zu betrachten. Diese Brille ist speziell und bekanntlich nicht immer alltagstauglich. Manchmal fällt es mir schwer, sie einfach mal abzusetzen. Wenn ich für mich schreibe, dann aber oft in einem Stil, den man vielleicht lyrisch nennen könnte. Dabei versuche ich, mit dem was ich im Außen oder in mir beobachte, in Resonanz zu gehen, um für mich Klarheit zu schaffen – indem ich das, was mich berührt oder bewegt, durchdenke bzw. durchfühle und es in Worten wieder ins Außen aufs Papier  bringe. Dies soll mir Zugänge ermöglichen, die Verbindung von Denken & Fühlen erleichtern und mir erlauben, Schlüsse zu ziehen, die nicht unbedingt logisch sind, aber (mir) intuitiv einleuchten und ausdrücken, was da ist. Schreiben war mir bisher also eine eher persönliche, intime Angelegenheit. Bei Querzeit möchte ich gerne Texte veröffentlichen, die auch für andere Menschen interessant sein könnten und sie idealerweise berühren.
Querzeit gefällt mir, weil ich es mag, quer zu denken (nicht, sich quer zu stellen), damit sich Verbindungs-Möglichkeiten eröffnen und Horizonte erweitern können.

 

Margareta MuerMargareta Muer

Geboren und aufgewachsen in Telgte, auf Entdeckungsreise zu den Quellen eines guten Lebens und voller Verwunderung, manchmal auch Wut und Verzweiflung über die Hindernisse, die sich dem freien Fließen dieser Quellen entgegenstellen.