Urlaubstraum Kreuzfahrt wird zum Alptraum für die Ems
Was hat eine Kreuzfahrt mit dem Absterben der Ems zu tun?

An unserem Haus in der Telgter Herrenstraße befindet sich der Schaukasten SCHREYBEN & SEHEN, in dem wir (mit Unterbrechungen) seit etwa 10 Jahren Text- und Bildinstallationen präsentieren. Im Sinne der früheren Wandzeitung sollen die Aushänge zum Verweilen und Nachdenken einladen. Die Einrichtung wird auch von anderen Autoren/Autorinnen genutzt. Der folgende Text befand sich für zwei Wochen im SCHREBEN & SEHEN.

Der Urlaubstraum Kreuzfahrt wird zum Alptraum für die Ems

                                                   Was hat eine Kreuzfahrt mit dem Absterben der Ems zu tun?

Ems (Foto Marion Illhardt)Weiter nördlich von Haren liegt die größte Werft Deutschlands: die Meyer Werft in Papenburg. Hier werden die riesigen Kreuzfahrtschiffe, z.B. die „Arvia“, die Platz für 5.200 Passagiere hat, gebaut. Um diese Kolosse von der Werft bis nach Emden, wo die Ems in die Nordsee mündet, zuzuführen, musste der Fluss über Jahrzehnte mehrere Meter (in den letzten Jahren von 2,50 m auf 7,50 m) tief ausgebaggert werden, da diese Schiffe natürlich einen enormen Tiefgang haben. Das bedeutet allerdings, dass die Unterems dadurch mit vielen ökologischen Problemen kämpfen muss. Die Ems verschlickt und es gelangt zu viel Salz den Fluss hinauf. Den einstigen Artenreichtum gibt es hier nicht mehr! Volker Wachendörfer (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) sagt hierzu: „Vor einigen Jahrzehnten zählte der Mündungsbereich der Unterems noch zu den deutschen Flussbiotopen mit der höchsten Biodiversität. Heute sind Teile der Wasserstraße durch die hohen Schwebstoffanteile besonders im Sommer biologisch quasi tot.“ Abschlussworte: Die Meyer Werft ist nicht allein dafür verantwortlich, was mit dem wunderschönen Fluss Ems passiert, es sind Touristen, die sich für eine umweltschädliche Kreuzfahrt entscheiden! Verantwortungsloser Massentourismus ist die Ursache für das Artensterben an der Unterems und es ist nicht zu erwarten, dass die Regierung Niedersachsens dem so schnell einen Riegel vorschiebt, wenn gleichzeitig die Kreuzfahrtindustrie finanziell unterstützt wird! Zum besseren Verständnis: Eine einwöchige Kreuzfahrt verursacht zwischen 1,5 und 1,9 t CO2 pro Person. Pro Tag erzeugt ein Mensch in Deutschland durchschnittlich 30 kg CO2, das wären in der Woche 210 kg!
Ems (Foto Marion Illhardt)

Hinter unserem Haus fließt die Ems. Der Fluss ist 371 km lang, entspringt bei Schloss Holte-Stukenbrock und mündet bei Emden in die Nordsee. Er ist nach der Weser der zweitlängste Fluss, der in Deutschland entspringt und ins Meer mündet. Die Ems wurde in Abschnitten zwischen Warendorf und Emsdetten renaturiert und wird aufgrund der jetzt wieder gut erholten Schutzgebiete von zahlreichen, u. a. auch bedrohten Arten bewohnt. Eisvögel, Uferschwalben, Reiher, Kormorane und Kiebitze leben direkt am Ufer bzw. in den Emsauen. Auch Ringelnattern und Kreuzottern kreuzen schon mal die Wege der Spaziergänger und beim Paddeln wird man hin und wieder, wenn man Glück hat, von einer Nutria begleitet. Dies alles haben wir auch den guten Wasserverhältnissen in diesen Gebieten zu verdanken. Da wir vor einigen Jahren über den Ems-Rad-Weg bis Emden gefahren sind, kann ich sagen, dass der Streckenverlauf von Rheda-Wiedenbrück bis nach Haren (Emsland) der wirklich schönste Abschnitt ist. Ab dann wird’s gruselig!

Ems am Ende (Foto Arnold Illhardt)
Ems am Ende (Foto Arnold Illhardt)

Weiter nördlich von Haren liegt die größte Werft Deutschlands: die Meyer Werft in Papenburg. Hier werden die riesigen Kreuzfahrtschiffe, z.B. die „Arvia“, die Platz für 5.200 Passagiere hat, gebaut. Um diese Kolosse von der Werft bis nach Emden, wo die Ems in die Nordsee mündet, zuzuführen, musste der Fluss über Jahrzehnte mehrere Meter (in den letzten Jahren von 2,50 m auf 7,50 m) tief ausgebaggert werden, da diese Schiffe natürlich einen enormen Tiefgang haben. Das bedeutet allerdings, dass die Unterems dadurch mit vielen ökologischen Problemen kämpfen muss. Die Ems verschlickt und es gelangt zu viel Salz den Fluss hinauf. Den einstigen Artenreichtum gibt es hier nicht mehr!

Volker Wachendörfer (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) sagt hierzu: „

Vor einigen Jahrzehnten zählte der Mündungsbereich der Unterems noch zu den deutschen Flussbiotopen mit der höchsten Biodiversität. Heute sind Teile der Wasserstraße durch die hohen Schwebstoffanteile besonders im Sommer biologisch quasi tot.“

Meyer-Werft (Foto Uwe Jelting - Quelle Pixabay)
Meyer-Werft (Foto Uwe Jelting – Quelle Pixabay)

Abschlussworte: Die Meyer Werft ist nicht allein dafür verantwortlich, was mit dem wunderschönen Fluss Ems passiert. Es sind Touristen, die sich für eine umweltschädliche Kreuzfahrt entscheiden! Verantwortungsloser Massentourismus ist die Ursache für das Artensterben an der Unterems und es ist nicht zu erwarten, dass die Regierung Niedersachsens dem so schnell einen Riegel vorschiebt, wenn gleichzeitig die Kreuzfahrtindustrie finanziell unterstützt wird!

Zum besseren Verständnis: Eine einwöchige Kreuzfahrt verursacht zwischen 1,5 und 1,9 t CO2 pro Person.

Pro Tag erzeugt ein Mensch in Deutschland durchschnittlich 30 kg CO2, das wären in der Woche 210 kg!