Tiere leiden für den Karneval
Kostüme mit Echtfedern bedeuten große Tierqualen

Notting Hill Karneval in London (Foto: Birgit Hartmeyer)

Notting Hill Karneval in London (Foto: Birgit Hartmeyer)

Karneval in Brasilien, der Karibik und im Londoner Stadtteil Notting Hill: Die farbenprächtigen Kostüme mit echten Straußen-, Fasanen- und Gänsefedern sind wunderschön anzusehen – bedeuten aber außerordentliche Qualen für die Tiere, denen die Federn bei lebendigem Leibe – ohne Betäubung – ausgerissen werden. Tierschützer fordern synthetische Federn, um das Leid der Tiere zu beenden.

 

Echtfedern bedeuten große Tierqual (Foto: Birgit Hartmeyer)

Echtfedern bedeuten große Tierqual (Foto: Birgit Hartmeyer)

Brasilianischer Karneval ist bunt, erotisch und voller Lebensfreude. Ebenso der Karneval in der Karibik und im Stadtbezirk Notting Hill in London, dessen Farbenprächtigkeit karibischen Einwanderern zu verdanken ist. Wer denkt schon bei dem ausgelassenen Treiben und Feiern an die Tiere, deren Federn die farbenfrohen Kostüme schmücken? Leider ist die Mehrzahl der bunten Federn echt – und das bedeutet für Strauße, Gänse, Fasane und Pfauen unsägliche Qualen: Ihnen werden die Federn ohne Betäubung herausgerissen, und das nicht nur einmal in ihrem Leben. Strauße beispielsweise können bis zu 40 Jahre alt werden – und jedes Jahr müssen sie die gleiche grausame Prozedur über sich ergehen lassen. Die Tiere erleiden große Schmerzen und bleiben verstört zurück, ähnlich wie viele polnische und ungarische Gänse, deren Federn und Daunen unsere Bettdecken füllen.

 

Qualvoller Lebendrupf (Foto: Direitos dos Animais)

Qualvoller Lebendrupf (Foto: Direitos dos Animais)

Viele Federn werden aus Südafrika, China oder Indien importiert. Die Tiere werden dort häufig nur zu diesem einen Zweck gezüchtet: um Federn zu liefern für die prächtigen Karnevalskostüme. Fasane, Pfauen und Gänse werden am Hals gepackt und hochgehalten. Dann werden ihnen die Füße zusammengebunden und die kostbaren Federn ohne Betäubung ausgerissen. Eine Fasanenfeder kann bis zu 40 Euro einbringen. Natürlich wehren die Vögel sich gegen diese brutale Prozedur, was zu weiteren Verletzungen führen kann.

 

 

Begehrte Straußenfedern (Foto: Occupy for Animals)

Begehrte Straußenfedern (Foto: Occupy for Animals)

Die einfachste und schnellste Möglichkeit, dem Leiden der Tiere ein Ende zu setzen, wäre die Verwendung synthetischer Federn. In Brasilien wurde bereits eine Petition gestartet, die sich an die Verantwortlichen der großen Sambaschulen richtet. Man kann nur hoffen, dass in naher Zukunft keine Tiere mehr für Echtfedernkostüme leiden müssen.

 

 

 

Birgit Hartmeyer

Birgit Hartmeyer