Bretagne und Normandie
Die Modelle von Claude Monêt

Honfleur (Foto: Arnold Illhardt)

Honfleur (Foto: Arnold Illhardt)

28.05.-11.06.2005

Giverny – Granville – Le Mont-Saint-Michel – St. Malo – Dinard – Cap Frehel – Granit Rose und Ploumanac’h – Halbinsel Crozon – Pont Aven – Honfleur – Etretat -Yport

 

Giverny

Giverny (Foto: Arnold Illhardt)

Giverny (Foto: Arnold Illhardt)

“Ich brauchte lange um meine Seerosen zu verstehen… Ich pflanzte sie an ohne daran zu denken, sie zu malen… Eine Landschaft prägt sie nicht von einem Tag zum anderen… Und dann plötzlich hatte ich die Enthüllung über den Zauber meines Teiches. Ich nahm meine Palette. Seitdem hatte ich keine anderen Modelle.”
(Claude Monêt)

Wir haben lange gebraucht für die Fahrt von Kassel bis Giverny. Der Ort ist so klein, dass er auf unserer Straßenkarte nicht zu finden war. Damals gab es noch nicht in jedem Auto ein Navigationsgerät. (Übrigens besitzen wir bis heute noch keins!) Am späten Abend steuerten wir kurz vor Giverny einen kleinen beschaulichen und romantischen Platz für unser Wohnmobil an, direkt an der Seine gelegen.

Von Giverny wussten wir wenig, nur dass hier Claude Monêt gelebt und gewirkt hatte. So waren wir auf dieses wunderschöne romantische Dorf nicht vorbereitet, dass für sich genommen schon ein vollkommenes Kunstobjekt ist. Wir schlenderten staunend durch das Dorf und stießen überall auf interessante Motive für unsere Kameras. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die kleine Kirche Saint Radegonde  mit ihrem Friedhof, auf dem wir das Grab von Claude Monêt fanden, wunderschöne bunte Blumenwiesen, das Atelier von Monêt und das Musee d’Art Americain. Auch die Restaurants und Cafes hatten ihren ganz eigenen besonderen französischen Charme.

Die lange Warteschlange vor einem alten Haus führte uns zu Monêts Refugium. Nie sah ich solch eine Farbenpracht wie in seinem berühmten Garten. Wir spazierten durch die Gänge des Gartens und ich war sprachlos ob der Menge an unterschiedlichen Arten ein und derselben Pflanze. Zu der Zeit blühten Tausende von Iris. Ich war überwältigt! Um diesen Garten richtig würdigen und das gesamte Farbspektrum bewundern zu können, müsste man ihn mehrmals im Jahr besuchen.

 

Seerosenteich Monet (Foto: Arnold Illhardt)

Seerosenteich Monet (Foto: Arnold Illhardt)

Eine Atmosphäre, die einer asiatischen Anlage ähnelt, erwartet den Besucher beim Betreten des Wassergartens. Monêt ließ hier Bambus, Fächerbaum, Ahorn, Lilien und Trauerweiden anpflanzen. Wandert man rund um die Wasserfläch,e stößt man irgendwann auf eines der bekanntesten Motive der Malerei des Impressionismus: Die berühmte Brücke über den Seerosenteich. Und wenn man zur richtigen Zeit in Giverny weilt, hat man sogar das Glück die Seerosenblüte zu erleben.

Aber wie es so ist, wenn das Auge mit soviel Schönheit verwöhnt wird, irgendwann schwirren die Ideen für den eigenen Garten im Kopf umher und wir waren nicht mehr aufnahmefähig, so dass wir den nächsten Ort ansteuerten: Granville!

 

Granville

Granville, in der Normandie gelegen, ist eine Stadt mit ca. 14.000 Einwohnern und besitzt einen See-, Fischerei- und Yachthafen. Da der Ort auf einem Felsplateau liegt, ist er geteilt in die Oberstadt, die von alten Festungsmauern umgeben ist, und der Unterstadt.

Granville ist ein beliebter Badeort, der in der Hochsaison ziemlich belebt ist. In der übrigen Zeit findet man hier jedoch Ruhe an den Sand- und Felsstränden und bei den Spaziergängen durch die Gassen der Oberstadt.

 

Dior Museum (Foto: Arnold Illhardt)

Dior Museum (Foto: Arnold Illhardt)

Das war allerdings nicht der Grund unseres Besuchs. Unser Ziel war das Geburtshaus eines der berühmtesten Modeschöpfer der Welt: Christian Dior! Auf drei Etagen sind hier unvergleichliche Original-Kreationen Diors ausgestellt. Zum Teil wurden sie von berühmten Persönlichkeiten getragen. Was für ein Erlebnis für mich. Hingerissen wandelte ich durch die Räume, im Geiste sah ich Grace Kelly, Audrey Hepburn und andere bekannte Hollywood-Schönheiten an mir vorbeigleiten.

Der Park des Hauses ist nicht minder interessant und ebenfalls wunderschön. Er umschließt das Haus mit herrlichen Blumen und Zierpflanzen und einem kleinen Wassergarten. An einigen Gehwegen sind Installationen angebracht, an denen man per Knopfdruck seine bekanntesten Duftkreationen erschnuppern konnte. Erinnerungen an mein erstes Parfüm “Dior-Dior” kamen in mir hoch. Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick über das Meer, die Strände und die Oberstadt.

Mein Wunsch: Einmal eines der wunderschönen Abendkleider anprobieren! Wir verlassen diesen Ort und fahren zu einem der aufregendsten Klöster Frankreichs: Le Mont-Saint-Michel!

 

Le Mont-Saint-Michel

Mont Saint Michel (Foto: Arnold Illhardt)

Mont Saint Michel (Foto: Arnold Illhardt)

Kurz vor dem Damm, der die Insel mit dem Festland verbindet, ist rechterhand ein Parkplatz. Bevor wir diese beeindruckende Festung des Glaubens betraten, standen wir hier in ehrfürchtigem Staunen und versuchten unserer inneren Furcht Herr zu werden. Einschüchternd für den Betrachter erhebt sich dieses Bauwerk über dem Meer und Szenen aus dem Film “Der Name der Rose” kamen uns in den Sinn. Ich habe selten ähnliches erlebt: mit einem Schritt waren wir in der uralten Geschichte der Abtei. Durch die alten Gemäuer zu wandeln war ein unheimliches Erlebnis und wir fragten uns unwillkürlich, was mag hier alles geschehen sein!

Nach den eher beschaulichen Orten Giverny und Granville war hier von Leichtigkeit nichts zu spüren. Die engen hübschen Gassen waren überflutet mit lauten lärmenden Touristen, die mir meine romantische Vorstellung von dieser Klosterinsel, etwas zurechtrückten. Aber immer noch, nach sechs Jahren, bin ich fasziniert von der Gewaltigkeit Mont Saint Michels.

Vor hunderten von Jahren lag der Berg in einem dichten Wald und wurde nach einer Sturmflut zu Beginn des 8. Jh. vom Festland getrennt. Errichtet wurde das Kloster zu Ehren des Erzengels Michael, der dem damaligen Bischof Aubert von Avranches im Traum erschienen war. Der Engel forderte den Bischof auf, eine Kirche auf der Felseninsel zu errichten. Nachdem der Bischof nach mehrmaligem Auffordern nicht dem Befehl des Engels Folge leistete, brannte ihm der Erzengel mit seinem Finger ein Loch in seinen Schädel, was dann schließlich! zum Erfolg führte. Im Jahre 708-709 errichtete daraufhin der Bischof ein Sanktuarium (Heiligtum) auf der Insel. Von nun an wurde sie Mont Saint Michel genannt.

Im 10. Jh ließen sich hier die Benediktiner nieder und im Mittelalter galt die Insel als Darstellung des Himmlischen Jerusalem auf Erden. Zwischenzeitlich war das Eiland ziemlich heruntergekommen, die Benediktiner zogen sich im 18. Jahrhundert zurück und der Mont fristete sein Dasein als gefürchtetes Gefängnis. Victor Hugo ist es zu verdanken, dass die Gebäude auf der Felseninsel wiederhergestellt wurden.

Heute leben wieder Benediktinermönche auf der Insel. Nur ihre Ruhe haben sie hier leider nicht mehr. Der Mont ist zu einer der größten Touristenattraktionen in Frankreich, wenn nicht auch sogar in Europa, geworden. Ca 3,5 Millionen Touristen ziehen jedes Jahr durch die wundervollen engen Gassen und vergessen die eigentliche Krönung dieser Insel: die Abtei. Die ganze Welt, scheint es, ist hier vertreten. Viele sind aber leider nur auf der Suche nach billigen Andenken und sie steigen irgendwann wieder in ihre Autos oder in die Reisebusse, daherschlendernd mit banalem Geschwätz oder tauschen sich aus über die Cafe’s, die Mahlzeiten oder ihre nachgemachten Eiffeltürme, die sie vergessen haben in Paris zu kaufen. Von Ehrfurcht weit entfernt. Dabei ist Mont Saint Michel seit über 1000 Jahren ein wichtiges Pilgerziel gewesen. Auch heute entwickelt er sich wieder, wenn auch zögerlich, zu einem bekannten Pilgerort (im Zusammenhang mit dem Jakobsweg). Seit 1979 gehört Mont Saint Michel zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Ein Pondon zu der französischen Insel findet sich in Cornwall an der Küste in der Nähe der Stadt Marazion: St. Michael’s Mount.

 

Saint Malo

– semper fidelis (sich selbst immer treu)

„Ni Français, ni Breton, Malouin suis“ (weder Franzose, noch Bretone, Einwohner von Saint-Malo bin ich).

Bedarf es da noch einer Erklärung, dass die Bewohner von St. Malo sehr stolz auf ihre Stadt sind? Der Ausspruch “semper fidelis” ist in dem Wappen der Stadt zu finden: ein Hermelin, das mit einem Armenmantel über das Stadttor geht. Seit dem Mittelalter war Saint Malo in Auseinandersetzungen immer siegreich und blieb autark. Das führte dazu, dass die selbstbewussten “Malouins” im 16. Jh. sogar ihre eigene Republik ausriefen. Im August 1944 verließ St. Malo allerdings das Glück. Während eines Luftangriffes nach der Landung der Alliierten wurden nahezu 85 % der Stadt zerstört. Aber die Einwohner schafften es nach alten Plänen und Abbildungen die Stadt fast originalgetreu im klassizistischem Stil des 18. Jh wieder aufzubauen.

Von weitem sieht man die Häuser und Mauern der Stadt hoch aufragen. Durchweg 4-5 stöckig sind die grauen Häuser der Kaufleute und Reeder, sie wurden aus dem Granit der Region erbaut, reich und trutzig anzusehen. Geht man vom außerhalb liegenden Parkplatz über die Mole in die Stadt hinein, kann man die Wellenbrecher gut erkennen: riesige Baustämme, die aufrecht in den Sand gerammt wurden.

Wegen ihres historischen Stadtkerns gehört Saint Malo zu den meistbesuchten Touristenzentren Frankreichs.

In der Altstadt sind schöne und teure Läden zu finden, aber auch der billige Touristenkram findet hier seine Lücken. Auf mich wirkte die Stadt eher arrogant und kalt. Ich vermisste die Leichtigkeit und Romantik vieler anderer französischer Städte.

 

Dinard (Foto: Arnold Illhardt)

Dinard (Foto: Arnold Illhardt)

Dinard

Dinard hatte ich damals eine ziemlich große und schmerzhafte Blase an der Ferse zu verdanken. Natürlich war meine Kleidung einer Wanderung von unserem etwas außerhalb gelegenen Campingplatz bis in die Stadt hinein nicht angemessen. Tatsächlich sollte sie auch nicht so ausgedehnt ausfallen, aber dieser Küstenstreifen war so wunderschön, dass wir uns immer wieder sagten: Noch ein Stück oder bis zur nächsten Biegung. Insgeheim habe ich mich wohl durch die wunderschönen Villen wohlhabender Engländer oberhalb des Küstenweges in meiner Kleidungsauswahl beeinflussen lassen und die Wandersachen im Schrank gelassen.

Dinard liegt an einer Bucht und geradewegs Saint Malo gegenüber. Im 19. Jh haben sich reiche Engländer diesen schön gelegenen Ort, der auch “Nizza des Nordens” genannt wird,  für ihre Sommerfrische erkoren. Ein mildes Klima und ein mediterraner und mondäner Touch führt auch heute noch dazu, dass Dinard ein sehr beliebter Badeort ist und sich hier viele Feinschmecker und Liebhaber der bretonischen Küche ein Stelldichein geben.

 

Cap Frehel (Foto: Arnold Illhardt)

Cap Frehel (Foto: Arnold Illhardt)

Cap Frehel

Wir waren zur rechten Zeit an dieser wildromantischen Felsenküste, auch Smaragdküste genant. Im Frühjahr und Sommer blühen hier die Wildhyazinthen, Narzissen, Weißwurz und Nelken. Cap Frehel ist einer der landschaftlichen Höhepunkte der Nordküste und zugleich Vogelschutzgebiet. Verschiedene Möwenarten, Papageientaucher, Eissturmvögel, Lummen und Austernfischer leben und brüten hier. Ein idealer Brutort, denn an dieser Küste fallen die Klippen steil zum Wasser ab und haben zum Teil eine Höhe von bis zu 70 m.

Wir waren bei herrlichstem Wetter an Cap Frehel und kamen in dem vollem Genuss der Blüte. Über uns die Sonne und ein strahlend blauer Himmel, die Vögel schwebten über die Klippen und von unten hörte man das Tosen des Wassers. Abheben und es den Vögeln gleichtun kam mir in den Sinn. Ich empfand hier ein unglaubliches Gefühl von Freiheit.

 

Granit Rose und Ploumanac’h

Am Beginn des Strandes Plage St-Guirec in Ploumanac’h steht eine Figur des hl. Guirec. Noch heute stechen junge heiratswillige Mädchen dem Heiligen eine Nadel in die Nase. Wenn ich Heiliger wäre, würde ich ihnen bei dieser Tortour eben nicht diesen Wunsch erfüllen! Abgesehen davon haben mir die Heiligen dieser Welt meinen Wunsch (obwohl ich ja kein junges Mädchen mehr wahr) auch ohne Nadel erfüllt.

 

Granit Rose (Foto: Arnold Illhardt)

Granit Rose (Foto: Arnold Illhardt)

Die Cote de Granit Rose in der nördlichen Bretagne ist eine sehr sehenswerte Touristenattraktion. Die bizarren Felsformationen aus rötlichem Granitstein laden dazu ein, wie ein Kind an und auf ihnen herum zu klettern. Wohl am schönsten ist der Abschnitt des alten Zöllnerpfades von Perros-Guirec nach Ploumanac’h. Die Formationen sind vor Millionen Jahren aus erkalteter Magma entstanden. Der bekannteste Fels, der den Namen “Napoleons Hut” trägt, wurde berühmt, als die BBC am 3. April 1943 mit der Frage “Befindet sich Napoleons Hut noch immer in Perros-Guirec?” zum Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht aufrief.

Irgendwie fühlten wir uns hier ein wenig an der Nase herumgeführt: weißer Sand und blaues kristallklares Wasser? Findet man das nicht eher in der Südsee? Auch hier wie in Dinard herrscht ein sehr mildes Klima, das in den Gärten Mimosen und Kakteen wachsen lässt. Übrigens blüht hier überall im Sommer die Nationalblume der Bretagne, die Hortensie.

In Ploumanac’h haben wir nach der wunderschönen Wanderung über den Zöllnerpfad ausgiebig und überaus delikat gegessen. Ein absolutes Muss: die Vorspeisenplatte “Frutti di Mare”. Höchst empfehlenswert!

 

Halbinsel Crozon – Camaret-sur-Mer

Weiter geht es die Küste entlang zur Halbinsel Crozon, die sich zwischen Brest und Quimper befindet. Die komplette Halbinsel ist ein Naturpark, übrigens der einzige in der Bretagne. Auch hier wird der Küstenabschnitt von hohen Klippen, die sich oft mehr als 100 m hoch erheben, beherrscht. Trotzdem ist die Küste sehr buchtenreich und Sandstrände laden zum Baden ein. Spannend: an der Steilküste sind viele Grotten zu finden. Was es hier wohl noch zu entdecken gibt?

 

Halbinsel Crozon (Foto: Arnold Illhardt)

Halbinsel Crozon (Foto: Arnold Illhardt)

Während unseres 3-tägigen Aufenthaltes war es ziemlich kalt und regnerisch. Es hielt uns aber nicht davon ab über den Küstenwanderweg nach Camaret-sur-Mer zu wandern. Der Ort war einst einer der größten Langustenhäfen Frankreichs, in den letzten Jahren hat er sich zum Schriftstellerort entwickelt, auch viele Künstler aus der Bretagne und Paris unterhalten hier kleine Galerien. Die hübsche Hafenpromenade mit ihren netten Restaurants und Pubs lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein. Uns aber hielt das schlechte Wetter nicht ab, uns zu den Einheimischen zu setzen und den Pastis zu genießen. Übrigens mein Erster!

Die Wanderung zurück war dann auch nicht mehr so unangenehm durch den Regen, eher etwas unwirklich durch den Alkohol! Zum Glück war der nächste Tag, leider auch unser letzter Tag, schön, so dass wir eine Wanderung in der näheren Umgebung und über die Klippen machen konnten. Viele gemütliche und ziemlich versteckt liegende Ferienhäuser, wunderschön eingerahmt von Kletterrosen, warten hier einsam auf ihre Besitzer. Leider gehören wir nicht dazu!

 

Pont Aven (Foto: Arnold Illhardt)

Pont Aven (Foto: Arnold Illhardt)

Pont Aven

Pont Aven, Stadt der Künste in der Bretagne, ist ähnlich wie Giverny (Wohnort von Monêt) nicht nur eine Stadt von vielen; der pittoreske Ort besticht durch sein besonderes Licht, das damals auch schon Gauguin fasziniert hat und ist schon für sich ein Kunstwerk. Der kleine Fluß Aven, der der Stadt seinen Namen gegeben hat, schlängelt sich wildromantisch zwischen den großen runden Felsen durch den Ort. Zahlreiche Galerien und Ateliers sind hier zu finden  und setzen die damalige Künstlertradition fort. Verblüffend: die Ausstellungsstücke beschränken sich nicht nur auf die Räumlichkeiten, zu sehen sind sie überall, wenn man mit “offenen” Augen durch den Ort wandelt! Hier entstand meine Vorliebe für die Kunst der Aboriginies, es waren der Galerien so viele, so dass wir jede Menge Eindrücke und Ideen mit nach Hause nehmen konnten. Schlendert man durch diesen wunderschönen Ort kann man sich gut vorstellen, dass Künstler wie Gauguin von der schönen Landschaft und dem kleinen Hafen begeistert waren.

Dies war der südlichste Ort für uns in der Bretagne. Nun geht es durch das Inland hoch in den Norden nach…

 

Honfleur (Foto: Arnold Illhardt)

Honfleur (Foto: Arnold Illhardt)

Honfleur

Honfleur wurde schon im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt, war aber jahrhundertelang eine eher unbedeutende Hafenstadt. Aber mittlerweile ist aus der kleinen Stadt mit dem gemütlichen Hafen einer der schönsten Orte in der Normandie geworden. Ein sehr attraktiver Anziehungspunkt für die unzähligen Touristen, die hier Urlaub machen.  Aber nicht nur Touristen finden die Stadt mit den malerischen, zum Teil sechs Stockwerk hohen Häusern interessant, auch sehr viele Künstler haben sich hier niedergelassen. In den Seitenstrassen, aber auch an dem sehr schön gelegenen Hafenbecken, finden sich daher nette Galerien und gut sortierte Antiquitätenläden.

Das Ferme St.Siméon, ein ehemaliger Bauernhof, der heute ein exklusives Hotel ist, trafen sich im 19 Jh. berühmte Maler wie Courbet, Sisley, Claude Monêt, Pissarro, Renoir und Cézanne. Heute gilt Honfleur als eine der Geburtsstätten des Impressionismus und insbesondere das Ferme St. Simèon .

Auch heute noch stehen die Maler am Kai von Honfleur, und in den Greniers à Sel, zwei Lagerhäusern, die 1670 östlich des Vieux Bassin in l’Enclos, der im 13. Jahrhundert errichteten Verteidigungsanlage der Stadt zum Zweck der Salzlagerung erbaut wurden, werden Ausstellungen zeitgenössischer Künstler organisiert.

Übrigens ist Honfleur auch die Geburtsstadt von Erik Satie.

Verlässt man Honfleur in Richtung Le Havre fährt man über die Pont de Normandie, eine der längsten Brücken Europas, die zu den Meisterwerken der Ingenieurbaukunst gehört.

 

Etretat (Foto: Arnold Illhardt)

Etretat (Foto: Arnold Illhardt)

Etretat

Bekannt wurde der Ort durch die Gemälde von Claude Monêt und Gustave Courbet, die die spektakulären Kreidefelsen auf ihren Bildern festgehalten haben, Ansonsten ist der einstige Fischerort heute nur auf den Tourismus eingestellt, was man an den vielen Hotels, Restaurants und Souvenirläden unschwer erkennen kann. Vor dem Ersten Weltkrieg wuchs Etretat rasant an, im Zweiten Weltkrieg wurde diese Entwicklung allerdings jäh gestoppt. Das Casino und viele Villen wurden leider für Wehranlagen abgerissen, aber mittlerweile sind die Wiederaufbauarbeiten abgeschlossen.

Ein wenig attraktiver Badeort, da der Strand sandlos ist und nur aus Kies besteht. Um die Innenstadt vor den Automassen zu schützen, legte die Stadtverwaltung große Parkplätze am Stadtrand an.

 

Yport

Auch hier in Yport sind die Felsformationen die Attraktion des Ortes. Auf alten Postkarten kann man erkennen, dass zahlreiche Höhlen, die ebenerdig liegen, früher als Wohnhäuser oder Remisen genutzt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie teilweise von deutschen Soldaten  bewohnt. Ein kleiner Ort, der bisher vom Massentourismus verschont geblieben ist.

Yport war unser letzter Ferienort, eigentlich nur ein Platz zum Übernachten, um am nächsten Tag die Heimreise anzutreten. Unser Campingplatz lag hoch über dem Ort auf den Klippen mit einer fantastischen Aussicht über den Ort und die gegenüberliegenden Felsen. Wir kamen erst spät hier an und suchten uns abends noch ein hübsches Restaurant. Uns muss die Schwermut und die Liebe im Gesicht gestanden haben, das Wirtspaar legte allein für uns eine CD mit Liebesliedern auf und zauberten mit Kerzen eine sehr romantische Stimmung.

Das war unser erster Urlaub “Reisen von Sinnen”. Eine außerordentlich gut gelungene Mischung aus Kunst, Kultur und Entspannung. Mein erster Urlaub,  nicht nur auf einen Urlaubsort beschränkt und gerade dadurch spannend und aufregend. Immer wieder andere Eindrücke, die uns fesselten und anregten und unsere Sinne im besonderen Maße beschäftigten.

Marion Illhardt

Marion Illhardt