Über QUERZEIT

Wer sind wir und was wollen wir?

QUERZEIT: Das sind Arnold Illhardt, Marion Illhardt und Thomas Esche.

Arnold Illhardt Marion Illhardt Thomas Esche

Der Begriff QUERZEIT impliziert vieles, bleibt aber dennoch auch etwas rätselhaft. Was wollen wir mit dieser Seite zum Ausdruck bringen?

Arnold: Beide Gedanken – inhaltliche Bandbreite, aber auch etwas Nebulöses – sind genauso beabsichtigt, wobei jeder Autor sicherlich seine ganz eigene Auslegung von QUERZEIT hat.

Marion: Der Begriff QUERZEIT ist für mich ein Synonym für etwas, das mit dem momentanen Modus in der Gesellschaft, der zum Teil eher konsumorientiert, oberflächlich und schnelllebig ist, nicht übereinstimmt. Deshalb will ich mit meinen Artikeln einen Kontrapunkt setzen.

Thomas: Wie der Name QUERZEIT schon suggeriert, steht dort etwas quer. Es ist eine Barriere, an der man nicht so ohne weiteres vorbeikommt. Hier ist schon ein genauer Blick notwendig. Ein ängstliches Umgehen oder ein direkt darauf Zugehen und sich damit auseinander setzen? Zweiteres erscheint mir Sinn bringender. Entschleunigung. Sich Zeit nehmen. Viele Artikel in ebenso unzähligen Zeitungen werden heute nur noch überflogen. QUERlesen als Volkssport und/oder besondere Qualifikation? Blödsinn. Es mutet fast grotesk an, dass es heute schon Computerprogramme und ‚virtuelle Agenten‘ gibt, die den Inhalt dieser Artikel für sich selbst viel zu wichtig nehmende Menschen und Suchmaschinen (über diese Absurdität möchte man fast laut lachen) auf die Essenz ihrer Bedeutung reduzieren, genauso wie es auf der anderen Seite Programme gibt, die solche wortreichen Artikel heute schon selbstständig verfassen. Information als Last unseres Informationszeitalters. Lesen als Bürde unserer Zeit. Texte als Flut einer Schwafelei, die auf das Wichtigste und Menschliche gefiltert werden muss, damit sie überhaupt noch jemand begreift. „Wer schreibt, der bleibt.“ Aber angesichts eines Meeres aus Worten und Gedanken wird es zusehends schwieriger im Strom des Interessanten zu schwimmen und nicht in der abkühlenden Dunkelheit von Phrasen zu versinken. Ich muss gestehen, ich kann nicht schnell lesen. Und ich will es auch nicht, wenn nur noch des Schreibens Willen geschrieben wird. Viele hört man sagen: „Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte“. Ja, das ist wohl so. Lasst uns Bilder zeichnen … mit Worten.

 

Worum geht es jedem von uns bei QUERZEIT?

Arnold: QUERZEIT bedeutet für mich, sich quer zur Zeit zu stellen, zu provozieren, zu polarisieren, aber auch zu ironisieren. Wie schon bei FARASAN (ein früherer Blog von Arnold und Marion) oder in privaten Aktionen erfolgreich praktiziert, geht es mir vor allem darum, mit meinen Texten den Irrsinn gesellschaftlicher Zustände in seine psychologischen und philosophischen Grundelemente zu zerlegen. Machtbestrebungen jeder Art, die Individualisierung des Menschen, die Überbetonung von Wirtschaft in ihrer ganzen Maßlosigkeit oder ein verlogenes Moralsystem sind u.a. Aspekte, die bei mir Emotionen schüren, die sich vor allem durch das Schreiben kanalisieren lassen. In unserer Kultur drücken sich solche menschlichen Aggregatzustände besonders augenfällig aus, weshalb dieser Bereich mir auch besonders am Herzen liegt. Fazit: QUERZEIT ist für mich der Versuch im Kleinen, an der Veränderungen der Welt, die auch meine sind, aktiv teilzuhaben. Und da ich nicht an irgendwelche Ernsthaftigkeit des Lebens glaube, ist mir vor allem das Querdenken mit Humor äußerst sympathisch.

Marion: Das Schöne bemerken und verinnerlichen, anschließend meine Gefühle und Gedanken darüber in Worte zu fassen, sind mir Antrieb für viele Artikel gewesen. Ich möchte durch meine „weichere“Art zu schreiben, die ganz im Gegensatz zu der Schreibweise und dem Denken von Arnold steht, ein Defizit an positivem Gedankengut sichtbar machen.

Thomas: Ich will meinen eigenen Blick auf die Welt offenbaren, der sich mit jedem Thema selektiv verändert. Manches Mal auch mit der Zeit. Ob das jedem schmeckt? Keine Ahnung. Warum lese ich die eine oder andere Zeitung, den einen oder anderen Artikel und dieses oder jenes Buch? Es ist meine persönliche Meinung zu jedem Thema, die manches Mal auch unausgesprochene Zustimmung zu einem Artikel, eine geheime Solidarität mit einem unbekannten Schreiber, die mich innerlich bestätigt und vielleicht auch stark macht. Der Strom, in dem jeder von uns mitschwimmt und sich als Teil dessen wähnt, vielleicht auch aus der Angst heraus sonst allein dazustehen. Doch wer die Welt verändern will, muss Pionierarbeit leisten, und wenn auch nur im Kleinen. Dann hilft die geheime Solidarität oder Ablehnung nichts. Dann muss man sich QUER stellen, muss ZEIT einfordern, genau hinsehen, um es zu verstehen und muss andere auf die persönliche Sicht der Dinge und die eigene konstruktive Idee hinweisen. Ob diese immer richtig oder falsch ist? Dafür reden wir doch miteinander. Egal ob kritisch, humoristisch, ernst, traurig, enttäuscht, zuversichtlich, ironisch oder wie auch immer. Es ist unser aller Recht auf unsere Sicht der Dinge, unsere Freiheit auf Innehalten, Aufschub und Aufzeigen, um es zu verstehen. Es ist unsere QUERZEIT.

 

Gibt es in Verbindung mit QUERZEIT eine Vision?

Arnold: Ich wünsche mir mit QUERZEIT eine Art Gedankenwerkstatt. Doch anders als in einer richtigen Werkstatt geht es hier um das Denken an sich und nicht um das fertige Produkt. Eine weitere mir wichtige Vorstellung ist das gemeinsame Tun. Ich denke, ein Veränderungsgedanke funktioniert nur durch das Zusammenschließen von Leuten, die ähnlich ticken. Dabei steht nicht der höchst mögliche gemeinsame Gedankennenner, sondern die Vielfalt des Denkens im Vordergrund. Vor allem dadurch, dass die Co-Autoren aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen stammen.

Marion: In einer vom Kapitalismus beherrschten Welt und einem politischem System, in dem eine Einflussnahme des Individuums nicht erwünscht ist, will ich meinen begrenzten Handlungsspielraum nutzen, um eine Veränderung im Denken, Fühlen und Handeln herbeizuführen. Und wenn ich nur einen winzigen Aspekt in der Gefühlswelt von meinen Lesern zum Positiven verändern könnte und dies wiederum weiter gegeben wird, habe ich die Hoffnung, Dauerhaftes für unsere Zukunft erreichen zu können. Ich stelle mir vor, man könnte bei einer Handvoll Menschen etwas zum Positiven bewirken, diese geben es jeweils an andere weiter und so fort…….Es ist eine Vision, die mich schon seit langem nicht mehr loslässt.

Thomas: Ich weiß nicht, welche Visionen ich morgen haben werde. Visionen gehen mit Spontanität einher und befinden sich in ständigem Fluss. Es wäre auch schade, wenn es nicht so wäre, wenn Visionen und letztlich der gesamte Schöngeist der Menschheit, der aus ihnen hervorgeht, berechenbar würden. Ich finde, lasst den Worten Taten folgen. Gesprochene und geschriebene Worte können anregen. Ein Gedanke ergibt den anderen. Sie befruchten sich gegenseitig. Viele Gedanken verschränken sich zu einer großen Vision und können sogar ganze Generationen beflügeln und manchmal sogar die Welt bewegen. Das ist bei Kreativität schon immer so gewesen. Ein Teil davon sein zu wollen ist nichts, wofür man sich schämen muss!

Auf dem Bild eines Nachwuchskünstlers las ich einmal: „Sie wollten uns begraben. Sie wussten aber nicht, dass wir Samen waren.“ In diesem Fall ein blutrotes Bild gegen die Kriege dieser Welt. Ein Arm, der sich Hilfe suchend gen Himmel streckt und doch wie eine starke Pflanze auf einem Feld wirkt.

QUERZEIT als Denkwerkstatt. Lasst uns gemeinsam Gedanken säen und Visionen ernten.