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Stoff für die Welt
Wenn alte Klamotten zu Kunst werden

Ausstellung "Arrival" (Foto: Thomas Esche)

Ausstellung „Arrival“ (Foto: Thomas Esche)

Telgte. Unter der Leitung und Konzeption der Telgter Künstlerin Julia Arztmann entstand zur ersten Ausstellung mit dem Titel „Arrival“ zum Umbau der alten Johanneskirche an der Einener Straße am 21. Februar 2016 ein leuchtendes Projekt aus Stoffen, Lampen und Schirmen, das den Startpunkt einer über ein ganze Jahr gehenden Aktion setzte.

 

Julia Arztmann (Quelle: kulturnomaden.org)

Julia Arztmann (Quelle: kulturnomaden.org)

In der Wochenendpause der Bauarbeiten, nutzte die Künstlerin den Stillstand für eine Eröffnungsausstellung und schaffte damit eine eigentümliche Atmosphäre, die sich beim Betreten bot. Zwischen Baumaschinen, Schutt, Dreck und gestapelten Baustoffen setzte Julia Arztmann gezielt Nuancen und Pointen aus scheinbar unwillkürlich zusammengenähten Stoffen, drahtigen Lampenschirmen aus Omas Zeiten und Licht. Das in Rohbau befindliche Gebäude wurde somit punktiert in eine zukünftige Zeit versetzt, wenn es denn dann zu Beginn des Jahres 2017 fertig sein soll. Ein mit Stoffen wild ausgelegter Raum und einer Lichtinstallation, die eine Heimeligkeit suggeriert, die jetzt zwischen den Betonwänden noch nicht zu finden ist und ein auf dem Boden und an einem Bauzaun aus Textilien zusammengeraffter Altar, der so dahingeworfen eine Flüchtigkeit der zukünftigen Bestimmung des Hauses symbolisiert. Und alles immer wieder untermalt von klappernden Baustellen-Geräuschen aus einem versteckten Lautsprecher, wie sie widersprüchlicher nicht sein können.

 

Ausstellung "Arrival" (Foto: Thomas Esche)

Ausstellung „Arrival“ (Foto: Thomas Esche)

Julia Arztmann hat sich viel vorgenommen bis zur Eröffnung des neuen Pfarrheims St. Marien. „In einer Baustelle Kunst zu machen, für einen Ort, der noch nicht vorhanden ist, aus Material, das von Fremden – NOCH Fremden – gebracht wird, ist eine große Herausforderung für mich.“ Denn es soll Kunst zum Anfassen und Mitmachen werden. Geplant ist eine ganze Reihe von gemeinsamen Nähaktionen, bei denen sich wirklich jeder beteiligen kann, unabhängig davon, ob er oder sie nähen kann oder nicht. Hilfreiche Hände, so Julia Arztmann, werden immer gebraucht. Aber ebenso werden Sachspenden benötigt. Stoffe und Lampenschirme, die nachher weiter verarbeitet werden und in das große Ganze einfließen sollen.

Das erste Treffen der fleißigen Näher ist bereits am 07. März gewesen und das nächste steht für den 17. März schon ins Haus. Informationen zu den öffentlichen Nähterminen und den geplanten Ausstellung findet man jetzt schon auf der Webseite des Pfarramtes St. Marien.

Im September soll in einer nächsten Ausstellung der Zwischenstand der geleisteten Arbeit aller Näher präsentiert werden und schlussendlich bei der Eröffnung Anfang 2017 auch die letzte Ausstellung mit den fertigen Kunstobjekten, die sicherlich im neuen Gebäude ein finales Zuhause finden werden.

 

Alle Bilder der Galerie (Fotos: Thomas Esche):

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