Der Präsidialkomödiant

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Quelle: businessinsider.com)

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Quelle: businessinsider.com)

Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, von dem man glauben mag, gewiefte Demokraten haben diese überaus authentisch wirkende Präsidentschaftsparodie bewusst ins Leben gerufen und auf den Weg geschickt, um amerikanische Republikaner final der Blöße preiszugeben, einfach nur mit Absurditäten und andauernden Widersprüchen eine Präsidentschaft zu gewinnen und sich selbst ins Abseits zu manövrieren, hat sich inzwischen längst in aller Welt durch seine zahlreichen fragwürdigen Äußerungen und Entgleisungen selbst zum Gespött gemacht. Doch nun mag es manch einem bei dem Gedanken gruseln, dass er es vielleicht doch noch auf den Chefsessel des Weißen Hauses schaffen könnte. Hillary Clinton wäre international und sicherlich auch innenpolitisch unstreitig die bessere Alternative. Doch der Rechtsruck ist auch in Amerika unübersehbar angekommen.

Völlig unabhängig davon, ob die Republikaner tatsächlich selbst Donald Trump als Kandidaten auserkoren haben oder dieser sich einfach wie ein klebriger Vertreter an der Haustür aufgedrängt hat und nicht abwimmeln ließ, werden sie ihre politische Inkompetenz damit erst recht in Stein meißeln. Nun zeichnet sich aber deutlich ab, dass sie den Geist, den sie einst riefen, nicht mehr loswerden, ohne einen immensen Scherbenhaufen für die gesamte USA und möglicherweise auch für die ganze Welt zu hinterlassen.

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Foto: Nam Y. Huh)

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Foto: Nam Y. Huh)

Auf seinem Weg durch den politischen Porzellanladen demoliert der Präsidialkomödiant mit der toupierten Perücke von Anno Tobak so ziemlich alle rechten Ideale und Grundwerte, die sich die Konservativen in all den Jahren so hart wie behutsam in einer demokratischen Nation erkämpft und auf die Fahne geschrieben haben. Diese liegt nun leider, so kurz vor den Präsidentschaftswahlen, im Dreck. Mit seiner Unfehlbarkeit, all diese Werte ad absurdum zu führen, vollbringt Trump nahezu eine demokratische Meisterleistung, und man mag geneigt sein, Hillary Clinton dafür zu danken, dass sie mit so viel Geschick einen solchen Tollpatsch als V-Mann in den Reihen der Republikaner unbemerkt hat platzieren können. Kein Tabu ist Trump mehr heilig. Immer tiefer greift er in die Trickkiste der Absurditäten und verleiht der Präsidentschaftswahl den Schein einer Comedy-Show der Extraklasse, wenn er medienwirksam simple Parolen nachplappert, die im rechten Milieu oder im Bierdunst in ihrer Freizeit wild um sich schießender Bürgerwehren angesiedelt sind.

Jüngst erklärte Trump, in seiner mittlerweile weltweit so bekannten charmanten Art, wie er denn nach seiner Wahl zum amerikanischen Präsidenten die USA zum Besseren reformieren möchte. Da war die Rede von einem über 3000 Kilometer langen Zaun oder besser Mauer zu Mexico gegen die illegalen Einwanderer dieses mittelamerikanischen Staates. Die Kosten hierfür wolle er aber nicht dem amerikanischen Steuerzahler aufbürden, sondern den Mexikanern selbst. Hierbei setze er ganz auf sein bisheriges geschäftliches Verhandlungsgeschick.

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Quelle: businessinsider.com)

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Quelle: businessinsider.com)

Des Weiteren hält der Milliardär selber den Klimawandel nur für ein Wetterphänomen, für einen „üblen Streich“, der amerikanischen Unternehmen nur Wettbewerbsfähigkeit kosten würde. Möglicherweise sehen all seine Gegner aber gerade in ihm das gleiche, einen meteorologischen Poltergeist, der mit dem nächsten Wind hoffentlich wieder schnell vorüber ist.

Doch apropos Poltergeist. So ist das bei den amerikanischen Vorwahlen; „the winner takes it all“. Trump hat wie Clinton bei den Vorwahlen alle übrigen Bewerber hinter sich gelassen, und so manch republikanischer Wahlmann bzw. –Frau mag bei der anstehenden Präsidentschaftswahl nur ungern und am liebsten voll verschleiert an die Wahlurne treten, ist Trump nach wie vor in den eigenen republikanischen Reihen höchst umstritten. Und zwar so extrem, dass er jetzt gerade sich genötigt fühlte zu erklären, dass er auch allein den Wahlkampf weiterführen würde, wenn er denn dann keine republikanische Unterstützung mehr bekomme.

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Foto: Steve Pope)

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Foto: Steve Pope)

Und während der lustige Präsidentschaftsclown Dodo Trump weiterhin mit so viel Begeisterung und ansteckender Freude das politische Tafelgeschirr der USA zertrümmert, dass man sich selbst in den entlegensten Winkeln dieser Erde vor Lachen die Bäuche hält, und damit immer wieder aufs Neue beweist, dass er sicherlich noch viel mehr Tricks draufhat und wirklich kein Fettnäpfchen auslässt, ist er dennoch leider aufgrund seines fulminanten Durchbruchs in Amerika weit über die Grenzen hinaus bekannt und von daher leider nicht mehr für ein unentdecktes Undercover-Engagement in den Reihen von Pegida, AfD, Front National oder der polnischen PiS einzusetzen. Wie schade. Der Mann, der mit so viel Ehrgeiz nicht nur sein eigenes Geld für eine egomane Publicity-Show verheizt und dabei mit so viel Feingefühl epileptisch herumzappelt, wenn er beispielsweise auf seine so eigenwillig empathische Art einen behinderten Reporter nachäffen will, um ihm seine geringfügige Wertschätzung zuteilwerden zu lassen. Dabei zieht er Grimassen wie die Monster in der Geisterbahn und wird zusehends zur medial ständig präsenten Nervensäge, der hundert Mal wiederholte Witz, über den keiner mehr lachen kann und nur noch Kopfschütteln überhat.

Auch wenn ihn verständlicherweise die Politik irgendwann nicht mehr haben will, so wird ihm höchstwahrscheinlich aus Hollywood der Oscar für die peinlichste Selbstdarstellung sicher sein. Aber auch dafür ist Amerika bekannt. Es eröffnet dem Tellerwäscher, der zum Milliardär wurde, ganz neue und oft genug auch verrückte Geschäftsmöglichkeiten, wie eben jener Gedanke Trumps, Präsident zu werden. Denn seine sprachlichen Voraussetzungen für ein Engagement in der Filmbranche hat er oft genug unter Beweis gestellt, wie Sprachwissenschaftler nun herausgefunden haben. Trumps Sprachfertigkeiten und Formulierungen gleichen offensichtlich demnach denen eines Viertklässlers. Ob sie seinen IQ auf gleichem Niveau sehen, lassen sie allerdings offen. Ein Schelm, der da Böses denkt. Sozusagen die beste Voraussetzung für Z-Movies, die direkt von der Produktion in die Restpostenkiste wandern.

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Quelle: ew.com)

republikanischer Präsidentschaftkandidat Donald Trump (Quelle: ew.com)

Grönemeyer forderte einst schon einmal in einem seiner Lieder: „Kinder an die Macht“. Doch ob ausgerechnet dieser „junggebliebene“ Siebziger, Dagobert Duck für Fußgänger, in einer derartig brisanten und einflussreichen Position dafür ein gutes Beispiel wäre, erfüllt mich mit Unsicherheit, obwohl die Republikaner schon einmal mit George W. Bush bewiesen haben, dass Marionetten in Präsidentenfunktion von den amerikanischen Lobbyisten willfährig gewünscht sind. Ob Trump jedoch auf das lobbykratische Wort und dem Diktat aus dem Hintergrund gehorcht und nicht stattdessen wie ein quengelndes und uneinsichtiges Kind strampelt und wild um sich schlägt, bleibt fraglich. In Entenhausen mag das funktionieren. Hier jedoch ist es ein Risiko, das die Welt ertragen müsste.